Geological development of the North Sea and The Baltic Sea Von KLAUS SCHWARZER, KLAUS RICKLEFS, ALEXANDER BARTHOLOMÄ and MANFRED ZEILER Z u s a m m e n f a s s u n g Nord- und Ostsee sind nur durch die ca. 60–80 km breite jütische Halbinsel voneinander getrennt; dennoch verliefen ihre geologischen Entwicklungen teilweise unterschiedlich. Der tie- fere Untergrund beider Meere ist geprägt durch Salzablagerungen. Sie sind im Nordseebereich bis zu 1200 m mächtig, nehmen aber nach Osten stark ab. Subsidenz und Halokinese, die den tieferen Untergrund der Nordsee im Laufe der Erdgeschichte durch die Entstehung bis zu 8000 m aufragender Salzmauern dominiert haben, treten im Ostseebereich kaum auf. Beide geolo- gischen Prozesse steuern maßgeblich die Bildung und Speicherung von Kohlenwasserstoffen, die im Untergrund der Nordsee und bis in den westlichsten Bereich der Ostsee hinein auftreten. Haben zum Ende des Neogens Elster- und Saaleglazial sowohl den Nord- als auch den Ostseeraum erreicht und glazigene Ablagerungen hinterlassen, überdeckten weichselzeitliche Gletscher lediglich den Ostseeraum. Sie erreichten nicht das Gebiet der heutigen Nordsee. Wäh- rend im Bereich der Ostsee erneut glazigene Sedimente abgelagert werden, herrschten im Nord- seeraum periglaziale Bedingungen vor. Hier kam es zur erosiven Herausbildung eines Urstrom- tales, durch das der gemeinsame Abfluss von Ems, Weser, Elbe und Eider in Richtung Nordat- lantik erfolgte. Mit dem Ausklingen des Weichselglazials drang das Meer kontinuierlich in den Nordseeraum vor. Im Ostseeraum kam es hingegen durch die Überlagerung der nicht linearen Abläufe von isostatischer Ausgleichsbewegung und eustatischem Meeresspiegelanstieg wechsel- weise zu limnischen und brackisch-marinen Phasen. Erst vor ca. 7900 Jahren stellte sich hier über die Nordsee eine bis heute andauernde, kontinuierliche Verbindung zum Nordatlantik ein. Noch heute wird der Ostseeraum durch die glazial-isostatischen Ausgleichsbewegungen dominiert, wobei die postglaziale Hebungsrate im Zentrum des Bottnischen Meerbusens ca. 9 mm/Jahr beträgt, denen Absenkungen der südlichen Ostseeküste bis zu maximal 2mm/Jahr gegenüberstehen. Der Nordseebereich wird durch diese Bewegungen nur marginal im nörd- lichen Bereich der jütischen Halbinsel beeinflusst, wo der Anstieg bis zu 1mm/Jahr beträgt. Die Entwicklung der Nordseeküste mit Marschen, Watten und vorgelagerten Inseln sowie die Ge- staltung der Ausgleichsküste in der Ostsee setzen vor ca. 6000–7000 Jahren ein. Diese Prozesse halten bis heute an. S u m m a r y North Sea and Baltic Sea are separated by the Jutland Peninsula which is only 60–80 km wide; however, their geological development was partly different. The subsurface of both basins is dominated by salt deposits, the thickness of which goes up to 1,200 m in the North Sea basin but decreases strongly towards the East. Subsidence and Halokinese, which were dominating the deeper subsurface of the North Sea area by rising up of up to 8000 m high salt diapirs of elongated form do not appear in the subsurface of the Baltic Sea. Both geological processes subsidence and halokinesis are controlling the natural development and storage of hydrocarbons, which appear in the subsurface of the North Sea and the most western part of the Baltic Sea. At the end of the Neogene, glacial and interglacial periods are dominating the North- and Baltic Sea area. While glaciers of the Elsterian and Saale ice advance have covered both the North- and Baltic Sea area leaving glacigenic deposits behind, the Weichselian Ice age has left glacigenic deposits only in the Baltic Sea area; the North Sea was influenced by just periglacial conditions. Here, a Pleistocene watercourse consisting of the rivers Ems, Weser, Elbe and Eider was eroding into the subsoil and draining into the North Atlantic. At the end of the Weichselian 1 0.1_kuest74_schwarzer.indd 1 07.08.2008 15:02:51 Uhr