ASTERIUS, HOMILIE 31 (RICHARD) NEUEDITION, ÜBERSETZUNG, KOMMENTAR* VON WOLFRAM KINZIG Als Marcel Richard im Jahre 1956 die 31 erhaltenen Psalmen- und Osterhomilien des Asterius edierte,' stand ihm zur Textkonstitution der letzten Homilie nur eine einzige Handschrift (Athoniensis Laur. 0 210 [saec. XIV-XV], Sigcl: A) zur Verfiigung, die obendrein nicht nur schlecht lesbar, sondern durch den Ausfall eines oder mehrer Folia am Ende auch noch schwer vcrstrmmdt war.2Kurze Zeit spater wurde jedoch cin neuer Textzeuge gefunden (Mosqucnsis Bibl. Synod. 234 [Sawas-217 Vladimir, saec. XI], Sigel: R), der in wichtigen Punkten andere Lesarten bietet als A. In einem 1960 erschienenen Artikel sowie in seinen "Addenda et Cor- rigenda" zu dem von Eiliv Skard crstcllten Index des Predigtcorpus hat Richard anhand von R Verbesserungen zum Text der Edition der Homilie 31 vorgeschlagen, ohne jedoch eine vollstandige Kollation des Zeugen vorzulcgen.' Richard hatte die meisten der von ihm herausgegcbenen Homilien, darunter auch dic hier neu edierte, dem Sophisten Asterius, einem Arianer der ersten Generation, zugeschn'eben.' Doch ist diese Hypothese in neue- ster Zeit mit guten Grundcn bestritten wordcn. Der Verfasser dieser Zeilen hat in einer Reihe von Publikationen den Nachweis zu erbringcn versucht, daB die Texte nicht von dem fruhen Arianer, sondern von einem ander- weitig unbekannten Homileten Asterius stammen, der am Ende des vicrten bzw. Beginn des funften Jahrhundcrts in Antiochien oder der naheren Um- gebung wirkte.' Diese Hypothese hat in der Forschung mittlerweile breitc Zustimmung gefunden.' Das einzige von diesem Konsens abweichende Votum' stammt von Karl-Heinz Uthcmann, der an Richards Hypothese fcsthalten mochte und sich dafur untcr anderem auf den Text der Homilie 31, der letzten in Richards Sammlung, beruft.' Angesichts der Tatsache- dic Uthcmann bei der Abfassung seiner Rezension noch nicht bekannt scin konnte-, daB sich mittlerweile wortliche Ubereinstimmungen zwischen Johannes Chrysostomus und Asterius haben nachweisen lassen, die auf