STUDIA UBB. PHILOSOPHIA, Vol. 60 (2015), 3, pp.101-104 (RECOMMENDED CITATION) BOOK REVIEW Christoph Asmuth, Interpretation – Transformation: Das Platonbild bei Fichte, Schelling, Hegel, Schleiermacher und Schopenhauer und das Legitimationsproblem der Philosophiegeschichte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2006. ISBN: 3-525-30152-9 Das hier zu besprechende, hoch interes- sante Buch des Autors wurde im Jahre 2003 als Habilitationsschrift an der Geisteswissen- schaftlichen Fakultät der TU Berlin angenom- men. Der Verfasser versucht darin die unter- schiedlichen Platonbilder wichtiger Philoso- phen des 19. Jahrhunderts darzustellen. Da dieses Thema ebenfalls sehr eng mit dem deutschen Idealismus verbunden ist spannt das Buch einen sehr weiten Rahmen. Einer- seits beschäftigt sich der Autor mit den Ver- tretern des deutschen Idealismus wie unter anderem Fichte, Schelling, Hegel, Schleierma- cher und Schopenhauer, andererseits versucht er deren Platonbilder anhand der Leitbegriffe “Interpretation” und “Transformation” syste- matisch zu reflektieren. Diese beiden Begriffe scheinen sehr geeignet zu sein, um die unter- schiedlichen Platonrezeptionen dieser Philoso- phen von dem Charakter einer “bloßen” Philo- sophiegeschichte zu befreien. Christoph Asmuth erörtert das Legitima- tionsproblem der Philosophiegeschichte auf einer sehr überzeugenden Art und Weise, indem er das zu bearbeitende Material systematisch reflektiert und die Ergebnisse effektiv in einer kohärenten Theorie zusammenfasst. Nach unserem Autor seien die beiden Wissenschaftsdisziplinen systematische Philoso- phie und Geschichte der Philosophie untrennbar miteinander verbunden, so dass sie zu einem Gefüge zusammengefasst werden müssen. Diese These versucht Asmuth anhand der Platonrezeptionen der oben genannten fünf Philosophen des 19. Jahrhunderts unter Beweis zu stellen. Die Annahme, dass zwischen der syste- matischen Philosophie und der Geschichte der Philosophie eine Spannung herrsche, scheint ein in der wissenschaftlichen Welt weit ver- breitetes Phänomen zu sein, das in der vor- liegenden Habilitationsarbeit sehr umfassend und überzeugend dargestellt wird. 1 Das Ziel 1 Eine umfangreiche Diskussion über dieses Thema ist im folgendem Buch zu sehen: Philosophy in History: Essays on the historiography of philoso- phy, ed. by Richard Rorty, J.B. Schneewind and Quentin Skinner. Cambridge: Cambridge Univ. Press, 1993. Einige Aufsätze sind direkt relevant zu dem Thema: Charles Taylor, „Philosophy and its history“, S. 17-30; Alasdair Macintyre, “The relationship of philosophy to its past”, S. 31-48; Richard Rorty, “The historiography of philosophy: four genres”, S. 49-78; Lorenz Krüger, “Why do we study of history of philosophy?”, S. 77-102; Wolf Lepenies, “ ‘Interesting questions’ in the his- tory of philosophy and elsewhere”, S. 141-172. Einige andere Werke sind erwähnenswert: Lutz Geldsetzer, Die Philosophie der Philosophiegeschich- te im 19. Jahrhundert: Zur Wissenschaftstheorie der Philosophiegeschichtsschreibung und –betrachtung, Meisenheim am Glan: Anton Hain Verlag, 1968;