Formulierung: Nano-Coating
T5.04
Die selektive Magnetseparation auf dem Sprung
in eine industrielle Umsetzung
Prof. Dr.-Ing. H. Nirschl
1)
(E-Mail: hermann.nirschl@mvm.uni-karlsruhe.de), Dipl.-Ing. M. Stolarski
1)
, Dipl.-Ing. C. Eichholz
1)
, Dr.-Ing. K. Keller
2)
1)
Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Mechanik, Universität Karlsruhe (TH), Straße am Forum 8, D-76131 Karlsruhe
2)
Solae-DuPont, St. Louis, MO 63110
DOI: 10.1002/cite.200750547
Der Schwachpunkt biotechnologischer
Prozesse ist häufig die Aufbereitung der
Biorohsuspensionen – das so genannte
Downstream Processing. Dieses bündelt
teilweise bis zu 80 % der Investitions-
und Betriebskosten. Beispielsweise be-
steht die Extraktion desZielprodukts
nach einer Fermentation aus einer lan-
gen Prozessketteeinzelner Trenn-
schritte, wie z. B. Chromatographie, Fäl-
lung, Zentrifugation, Filtration, oft auch
mehrstufig, wie bei einer komponenten-
weisen Fällung. Ein möglicher Weg zur
Verbesserung des Downstream Proces-
sing istdie selektive Magnetseparation.
Dabei werden spezielleMagnetbeads
mit einer auf das Zielproduktabge-
stimmten Oberflächenfunktionalisie-
rung als Trägerpartikel eingesetzt. Da-
durch ist es möglich – analog zu
Chromatographieverfahren –, das Ziel-
produkt selektiv zu binden. Die Gewin-
nung des Zielproduktserfolgt dann
durch die Abtrennungdes magne-
tischen Trägermaterials.
Ein Problem bestehtmomentan in
der Bereitstellungder magnetischen
Mikrosorbentien. Gegenstand der aktu-
ellen Forschung sind vor allem kosten-
günstige Synthese- und Funktionalisie-
rungsverfahrenim großtechnischen
Maßstab. Daneben spielt aber auch die
effektive Trenntechnik eine nicht zu ver-
nachlässigende Rolle. Auch hier gibt es
eine Vielzahl verschiedener Ansätze, bei
denen sich auf Dauer einige wenige
durchsetzenund dann standardisiert
zum Einsatz kommen werden. Durch
die Kombination von klassischer Trenn-
technik und magnetischenFeldern
wird dort eine selektiveAbscheidung
der Magnetbeads erreicht.Ausgehend
von dem schon bestehenden Prinzip
der Hochgradienten-Magnetseparation
(HGMS), bei dem magnetische Partikel
innerhalb eines Magnetfeldes an einer
Drahtmatrix (z. B. Stahlwolle) abgeschie-
den werden – diskontinuierlich und nur
für geringeKonzentrationen der Trä-
gerpartikelgeeignet–, konnten Ver-
fahren ohnedie genannten Nachteile
entwickelt werden.Bei der magnetfeld-
überlagertenZentrifugationwirddie
Drahtmatrixkontinuierlich abgereinigt
und auf diese Weise die kontinuierliche
Magnetseparation ermöglicht.
Im Mittelpunkt des Vortragssteht
u. a.die Entwicklung einer neuen mag-
netischen Zentrifuge. Dabei rotiert eine
aus superparamagnetischem Material
bestehende Drahtmatrix im Zentrifugal-
feld einer Becherzentrifuge. Das ge-
samte System befindet sich in der Boh-
rung eines Elektromagneten. Eine in die
Zentrifuge kontinuierlich eingebrachte
Suspension aus magnetischen und un-
magnetischen Partikeln wird effektiv da-
durch getrennt, dass die magnetischen
Partikel an der Drahtmatrix festgehalten
werden,während unmagnetisierte die
Zentrifuge wieder verlassen.Durch
die Rotation der Drahtmatrix werden die
magnetisierten Partikel aufgrundder
wirkenden Zentrifugalkräfte nach au-
ßen transportiert und aus der Zentrifu-
ge ausgetragen.
Die magnetische Zentrifuge ermög-
licht, in Abhängigkeit der Stärke des äu-
ßeren Magnetfelds, die Separation von
gängigenmagnetischenMikrosorben-
tien von mehrals 97 % und von mit
magnetischen Partikeln dotiertem SiO
2
von 100 %.Die Versuche wurden so-
wohl mit wässrigen Suspensionen als
auch mit realen Fermentationsbrühen
durchgeführt.Die Gewinnung z. B.
eines von Bacillus licheniformis fermen-
tierten Enzyms war bislang mit ca. 30 %
Effizienz möglich.
V5.14
Mikrowellen-Plasma-Wirbelschichtprozesse
zur Partikelbeschichtung
Dipl.-Math. Z. Pajkic
1)
(E-Mail: pajkic@uni-bayreuth.de), Prof. Dr. M. Willert-Porada
1)
, Dr.-Ing. T. Gerdes
1)
1)
Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung, Universität Bayreuth, Universitätsstraße 30, D-95440 Bayreuth
DOI: 10.1002/cite.200750581
Chemische(CVD) und physikalische
Gasphasenabscheidungen (PVD) sind in
vielen Bereichen der Industrie etablierte
Verfahren zurBeschichtungflächiger
Substrate.
Die Kombinationdieser Verfahren
mit der Wirbelschichttechnik bietet die
Möglichkeit,disperse Stoffe auf einfa-
che Weise zu beschichten. Potenzielle
Anwendungensind im Bereich der
Werkstoffe zur Verbesserung der Anbin-
dung zwischen beschichteten Füllstof-
fen und der Matrix in Verbundwerkstof-
fen zu finden sowie in der Katalyse oder
bei neuartigen Materialkonzepten für
Partikeltechnik und Produktdesign 1413 Chemie Ingenieur Technik 2008, 80, No. 9
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