315 Umweltmed Forsch Prax 12 (5) 2007 Poster P-BWH-2 Kleinbadeteiche – Naturnahe Obe rflächengewässer oder Beckenbäder ohne Desinfektion? F. Mascher 1 , F.P. Pichler-Semelrock 2 , F.F. Reinthaler 1 , E. Marth 1 1 Medizinische Universität Graz, Institut für Hygiene, Mirkobiologie und Umweltmedizin, Graz 2 Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Graz Die WHO definiert 2 Kategorien von Badegewässern, die "Coastal and Fresh Waters" und die "Swimming Pools". Der Begriff "Kleinbadeteiche" stellt eine dritte und neue Kategorie von Badegewässern dar. Während darunter in Österreich ein naturnahes künstliches Oberflächengewässer verstanden wird, sind in Deutschland v.a. seitens der Planer und Betreiber Ten- denzen zu beobachten, über diese neue Badewasserkategorie die Aufbereitungs- und Desinfektionspflicht von Schwimmbe- cken zu umgehen. Dies führt zu gravierenden Problemen hin- sichtlich der hygienischen Sicherheit, da in Oberflächengewäs- sern das größere Wasservolumen (Verdünnungseffekt) und die Selbstreinigungsmechanismen für die Hygiene verantwortlich sind, während im Beckenbad dafür auf Grund der unvergleich- lich höheren Besucherbelastung Aufbereitungs- und Desinfek- tionsmaßnahmen notwendig sind. Daher ist aus hygienischen Gründen der "Umbau" von Beckenbädern in Kleinbadeteiche durch Ersatz der Aufbereitungs- und Desinfektionstechnik durch beispielsweise ein bepflanztes Bodenfilter abzulehnen. Klein- badeteiche sind eindeutig der Kategorie "Fresh Waters" zuzuord- nen und bedürfen daher einer ökologischen Funktionsfähigkeit (Selbstreinigungsmechanismen) und entsprechenden Begrenzung der Besucherbelastung. Mit dem Bäderhygienegesetz (1996) und der Bäderhygienever- ordnung (1998) wurde in Österreich versucht die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. In Deutschland gibt es zwar keine vergleichbaren Gesetze, aber die Empfehlungen des Umweltbundesamtes (2003), welche den Begriff Kleinbadeteich weniger eng auslegen und somit "Fehlinterpretationen" eher ermöglichen. Um das Gesundheitsrisiko für die Badegäste zu minimieren und im Sinne einer einheitlichen Vorgangsweise bedarf es für diese neue Kategorie von Badegewässern einer internationalen Rege- lung auf Basis entsprechender Studien, welche allerdings zur Zeit nur Ansatzweise vorliegen. Vor allem die Abschätzung des tatsächlichen Gesundheitsrisikos dieser neuen Badewasser- kategorie erfordert eine vordringliche Abklärung. Poster: Trinkwasserhygiene P-TWH-1 Uran in Trinkwasserproben im Rhein-Neckar Ge- biet M. Schäf 1 , L. Daumann 1 , L. Erdinger 1 1 Universität Heidelberg, Institut für Hygiene, Abt. Hygiene und Medi- zinische Mikrobiologie, Heidelberg Uran ist ein toxisches Schwermetall, das im Trinkwasser in er- höhten Konzentrationen auftreten kann (Puchert, GHU Tagung Erlangen 2005). Es kann sich dabei um einen natürlichen Inhalts- stoff des Wassers handeln, es besteht aber auch die Möglich- keit, dass das Uran z.B. über phosphathaltigen Kunstdünger, der Uran in stark schwankenden Konzentrationen enthalten kann, ins Wasser gelangt. Uran kommt in der Regel in der Oxi- dationsstufe +VI vor und wird im Boden als Uranyl (UO 2 2+ ) transportiert. Als Kation kann Uranyl grundsätzlich andere Migrationseigenschaften als beispielsweise Nitrat aufweisen, das in der Regel auch aus Düngemaßnahmen stammt und im Grund- wasser häufig in erhöhten Konzentrationen angetroffen wird. Im Rahmen einer Studie zur Erfassung der Uranbelastung des Trinkwassers im Großraum Mannheim/Heidelberg wurden bis- her insgesamt 322 Wasserproben auf den Gehalt an Schwerme- tallen (ICP/MS) und Anionen (IC) untersucht. Daneben wur- den verschiedene physikalisch-chemische Parameter sowie der TOC erfasst. Die Urankonzentration (gemessen als U 238 ) in den untersuchten Proben liegt bei 1,6 ± 2,8 µg/l. In einer gemeinsamen Stellung- nahme des BfS und des BfR vom 16.01.06 wird darauf hinge- wiesen, dass der Urangehalt in Wässern zur Zubereitung von Säuglingsnahrung bei maximal 2 µg/l liegen sollte. Die im Rah- men dieser Studie ermittelte Höchstkonzentration im Trinkwas- ser des Untersuchungsgebietes lag bei 19,5 µg/l. Dieser Wert stammt aus einem privaten Brunnen, der nicht für die öffentliche Wasserversorgung genutzt wird. Die statistische Untersuchung des Datensatzes zeigt signifikante Korrelationen der Urankon- zentration mit den Parametern Nitrat, Sulfat, Leitfähigkeit, Ka- lium und Chlorid (Pearson Product Moment Correlation, p < 0,0001). Die Korrelation mit dem Parameter Nitrat ist am stärksten ausgeprägt. Da Nitrat ebenso wie Kalium in Düngemit- teln gezielt eingesetzt wird, lassen diese Ergebnisse die vorläufi- ge Schlussfolgerung zu, dass bei erhöhten Nitratkonzentrationen im Trinkwasser auch die Urankonzentration erhöht sein kann. In zehn der untersuchten Wasserproben war der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Nitrat überschritten. Der durch- schnittliche Urangehalt lag in diesen Proben bei 7,75 ± 6,9 µg/l und damit weit über der Empfehlung des BfS/BfR. Trinkwasserhygiene