alpine space - man & environment, vol. 6: Klimawandel in Österreich
© 2009 iup • innsbruck university press, ISBN 978-3-902571-89-2
Die Sedimentablagerungen des Mondsees (Ober-
österreich) als ein Archiv extremer Abflussereignisse
der letzten 100 Jahre
T. Swierczynski, S. Lauterbach, P. Dulski, A. Brauer
Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam, Sektion 5.2 - Klimadynamik und
Landschaftsentwicklung, Potsdam, Deutschland
Abstract
Sediment deposits of Lake Mondsee (Upper Austria) as an archive for extreme runoff
events during the past 100 years
11 short cores from Lake Mondsee reveal a continuous sedimentation history of the last 100
years. The annually laminated sediments enabled the reconstruction of lake sedimentation in
a seasonal resolution. 12 detrital layers were identiied in the lake sediments. 9 corresponding
loods and one debris low in 1986 were veriied by historical archives and hydroclimatological
datasets. Two layers with signiicant sedimentological and geochemical signatures suggest two
more debris lows in 1923 and 1941, for which historical evidence still has to be proved.
Einleitung
In der derzeitig geführten Klimadebatte rücken Extremereignisse in Verbindung
mit außergewöhnlich hohen Niederschlägen, wie beispielsweise das Sommerhoch-
wasser im Jahr 2002, zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Die statistische
Auswertung von Ablusssituationen der mitteleuropäischen Flüsse Elbe und Oder
konnte für die letzten 80-150 Jahre jedoch keine Zunahme der Hochwasserhäu-
igkeit feststellen, für das Auftreten von Winterhochwässern sogar abnehmende
Tendenzen (Mudelsee, 2003). Grundlage für die verlässliche statistische Auswertung
der Auftretenshäuigkeit von Hochwasserereignissen ist die Verfügbarkeit von
Aufzeichnungen über Zeitpunkt und Stärke dieser Ereignisse. Instrumentelle Daten
(z.B. Pegelstände, Ablussmengen) umfassen meist nur einen Zeitraum von 100-150
Jahren. Historische Quellen (z.B. Chroniken, Hochwassermarken) lassen sich zwar
weiter zurückverfolgen, der Bemessungsgrad von Hochwasserereignissen erfolgt
allerdings anhand des Überschwemmungsschadens und ist außerdem stark von der
subjektiven Einschätzung des Quellenverfassers geprägt. Die bisherigen Zeitreihen
ermöglichen deshalb keine zuverlässigen Aussagen zur längerfristigen Häuigkeit
von Hochwasserereignissen.