Duplik zum Beitrag von Klaus Armingeon: „Ökonomische Erklärungen des Verhaltens bei aussenpolitischen Abstimmungen. Eine Kritik der Analyse von Aymo Brunetti, Markus Jaggi und Rolf Weder" AYMO BRUNETTI*, MARKUS JAGGI** und ROLF WEDER*** 1. EINLEITUNG Wir möchten Klaus Armingeon zunächst dafür danken, dass er sich so detailliert mit un- serem Papier auseinandergesetzt und die Relevanz unseres Ansatzes mit alternativen Methoden überprüft hat. Die ernsthafte Kritik und der Versuch, empirische Analysen weiterzuentwickeln, ist zentral für den Erkenntnisfortschritt. Gerade die Auseinander- setzung über die Disziplinengrenzen hinweg kann dabei besonders fruchtbar sein. Leider wird Armingeons Versuch aber stark beeinträchtigt durch die Art und Weise, in der die Kritik angebracht wird. Das hauptsächliche Anliegen des Kommentars scheint es zu sein, die grundsätzliche Überlegenheit politikwissenschaftlicher Argumente und Analyse gegenüber ökonomischen Ansätzen herauszustreichen. Ein Beispiel: „Die Un- terlegenheit der von Brunetti et al. favorisierten ökonomischen Erklärung... zeigt sich im Vergleich mit dem politikwissenschaftlichen Standardmodell." Geht es wirklich um einen Wettkampf zwischen Ökonomie und Politologie? Und wenn dem so wäre, inwie- fern unterscheiden sich die beiden Disziplinen überhaupt? Geht nicht auch die Politolo- gie davon aus, dass Eigeninteressen und Restriktionen die Wirtschaftssubjekte zumin- dest teilweise in ihrem Verhalten beeinflussen? Aussagen wie „... der Befund ... ist trivial" (eine empirische Bestätigung oder Falsi- fizierung einer Hypothese ist nie trivial!) oder „... fällt hinter den politikwissenschaft- lichen Forschungsstand zurück" sind ebenfalls nicht dazu angetan, eine konstruktive Diskussion zwischen den Disziplinen zu fördern. Wir werden bei unserer Antwort auf den Kommentar wie folgt vorgehen. Zuerst fas- sen wir nochmals unser Argument zusammen. Dann gehen wir auf Armingeons Kritik und seine Re-Analyse im Detail ein. Wir versuchen dabei, die Diskussion in einen etwas breiteren Rahmen einzubetten. Staatssekretariat für Wirtschaft und Universität Basel UBS UBS und Universität Basel Schweiz. Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik 2000, Vol. 136(2)215-222