87 KUNTIKUM: Klimatrends und nachhaltige Tourismusentwicklung in Küsten- und Mittelgebirgsregionen: Produkt und Infrastruktur-Innovation durch koope- rative Lernprozesse und strategische Entscheidungsfindung Heinrichs 1 , H., Jetzkowitz 1 , J., Kreilkamp 2 , E., Matzarakis 3 , A., Möller 1 , A. und Michelsen 1 , G. 1 Institut für Umweltkommunikation, Universität Lüneburg 2 Abteilung für Strategisches Management und Tourismusmanagement, Universität Lüneburg 3 Meteorologisches Institut, Universität Freiburg Zusammenfassung Der Klimawandel ist im vollen Gange. Die globale Erderwärmung, die der Mensch mit verur- sacht, lässt den Meeresspiegel ansteigen, verschiebt Schnee- und Eiszonen und führt zuneh- mend zu extremen Wetterlagen. Wie kann sich unsere Gesellschaft auf diese Veränderungen einstellen? Dieser Frage geht KUNTIKUM nach. Die Abkürzung steht für „Klimatrends und nachhaltige Tourismusentwicklung in Küsten- und Mittelgebirgsregionen“, das Thema eines Forschungsprojektes der Universität Lüneburg und Universität Freiburg. Untersucht wird für den Tourismus, wie sich dieser besonders wetter- und klimasensible Wirtschaftsbereich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen kann. Gefördert vom Bundesministerium für Bil- dung und Forschung, kooperieren Vertreter der Tourismuswirtschaft und der Tourismuspoli- tik mit Wissenschaftlern aus den Wirtschaftswissenschaften, der Nachhaltigkeits- und der Klimaforschung. Die Ziele sind ambitioniert. In drei Jahren gemeinsamer Forschung sollen in zwei ausgewähl- ten Untersuchungsregionen neue Produkte und Infrastrukturelemente entstehen, die den hei- mischen Tourismus an Klimatrends und Extremwetter anpassen. Die Praktiker vor Ort entwi- ckeln dabei mit den Wissenschaftlern Ideen, wie solche Anpassungen aussehen können und wie sie zu gestalten sind. Schließlich soll, um die Erfahrungen aus den Fallbeispielen auch für andere Tourismusregionen nutzbar zu machen, aus dem Projekt eine Informations- und Kommunkationsplattform, inklusive Weiterbildungsmodul, erwachsen. Climate Change and Tourism: Strategies for Adaptation and Sustainable Development Abstract The anticipatory adaptation to extreme weather events and expected climate change is an im- portant aspect of sustainable development. Especially for economic sectors such as tourism, which are sensitive to weather and climate, the changing climate is an important challenge. Tourism is confronted with prognoses and scenarios, which predict shifting zones of snow, increase in extreme weather events or raising sea level. A strategically oriented tourism policy and business is therefore challenged to integrate climate change into their decision-making processes, in order to minimize socio-economic risks and take advantage of new opportuni- ties. The anticipatory adaptation requires activities on the level of the individual tourism ac- tors as well as processes of cooperative learning and joint decision-making in tourism regions. Before this background we present the conceptual framework and the research and develop- ment design of a current project. Different natural and social science disciplines work to- gether with actors from tourism policy and business in order to analyze the impact of climate Ber. Meteor. Inst. Univ. Freiburg Nr. 16, 2007, 87-93