I DENTIFIKATION VON I NTERAKTIVIT ¨ ATSMUSTERN ZUR REGELBASIERTEN USABILITY-E VALUIERUNG VON S PRACHDIALOGSYSTEMEN Stefan Schmidt 1 , Matthias Schulz 1 , Martin Meister 2 , Julian Stubbe 2 , Mandy T ¨ oppel 2 , Klaus-Peter Engelbrecht 1 , Sebastian M ¨ oller 1 1 Deutsche Telekom Laboratories, Technische Universit¨ at Berlin 2 Zentrum Technik und Gesellschaft, Technische Universit¨ at Berlin s.schmidt@tu-berlin.de Kurzfassung: Mit Hilfe einer techniksoziologischen Untersuchung werden Regeln ¨ uber das Verhalten von Nutzer in der Interaktion mit einem Sprachdialogsystem er- mittelt. Das dazu entworfene Interaktivit ¨ atsmodell, das eine Interaktion in Form von Elementaraktionen beschreibt wird hier vorgestellt. Zusammenh ¨ angende Elementa- raktionen bilden Interaktivit ¨ atssequenzen aus denen sich wiederum nutzertypische Strategien ableiten lassen. Die mit dieser Methode gefundenen Regeln sollen die Vorhersagequalit ¨ at der MeMo-Werkbank, einem System zur semi-automatischen Usability-Evaluierung, verbessern. 1 Einf ¨ uhrung MeMo ist eine Anwendung zur semi-automatischen Usability-Evaluierung interaktiver Systeme. Das System simuliert die Interaktionen zwischen Benutzern und dem zu evaluierenden System, wobei verschiedenen Modalit ¨ aten unterst ¨ utzt werden[1]. Zurzeit sind dies Sprache und graphische Benutzeroberfl ¨ achen (GUI) sowie deren Kombination. Die Ergebnisse der Simulation werden zum einen zur Erkennung von Usability-Problemen genutzt und k ¨ onnen zum andern f ¨ ur die Vorhersage der Qualit¨ ats-Bewertung durch reale Benutzer verwendet werden. Die Simulation des Verhaltens eines Benutzers w¨ ahrend der Interaktion basiert auf jeweils einem Modell des zu evaluierenden Systems und des Nutzers. Das Systemmodell (SM) beschreibt die Oberfl ¨ acheneigenschaften und die f ¨ ur die Simulation notwendigen Aspekte der Anwendungs- logik. Das Benutzermodell (BM) wiederum bildet das Verhalten eines Benutzer w¨ ahrend der Interaktion ab. Das Verhalten des BM wird nichtdeterministisch ¨ uber Wahrscheinlichkeiten darge- stellt, anhand derer in jedem Interaktionsschritt die auszuf ¨ uhrende Aktion ausgew¨ ahlt wird. Die Berechnung der Auswahlwahrscheinlichkeit der einzelnen Interaktionsm ¨ oglichkeiten wird durch Regeln gesteuert, welche mit den definierten Eigenschaften des BM und SM arbeiten. Eigenschaf- ten des BM sind z. B. Alter und Technikaffinit ¨ at, w¨ ahrend f ¨ ur das SM Oberfl ¨ acheneigenschaften wie Schriftgr ¨ oße oder L ¨ ange eines Prompts definiert werden k ¨ onnen. In [1] und [8] sind die konkrete Modellierung sowie die Verwendung von Regeln n¨ aher beschrieben. Die bisher in MeMo verwendeten Regeln wurden mit Hilfe von Expertenwissen und der Analyse von konventionellen Usability-Tests formuliert. Eine Untersuchung, die gezielt auf die valide Ermittlung solcher Regeln ausgelegt war, fehlt aber. Dieser Artikel beschreibt einen neuen Ansatz zur strukturierten Ermittlung von Regeln, die das Benutzerverhalten bei der Nutzung eines Sprachdialogsystems (SDS) realistischer und allgemeiner als die bisher verwendeten Regeln beschreiben. Der Ansatz verwendet Methoden der Techniksoziologie zur Erhebung und Auswertung von Interaktions-Daten.