Der Hautarzt 1•2001 | 73 Fort-/Weiterbildung Malassezia Lernziel Malassezia furfur und andere, neu beschriebene Malassezia-Arten werden aus ta- xonomischer, epidemiologischer und mikrobiologischer Sicht dargestellt. Im Mittel- punkt steht die Vermittlung der pathogenetischen bzw. auch ätiologischen Bedeu- tung des lipophilen Spross- oder Hefepilzes für eine Reihe dermatologischer Erkran- kungen, u. a. der Pityriasis versicolor, aber auch der Malassezia-Follikulitis und des se- borrhoischen Ekzems. Die In-vitro-Empfindlichkeit von Malassezia gegenüber Anti- mykotika und antiseborrhoischen Wirkstoffen erhält klinische Relevanz, wenn es um die vielfältigen lokalen und systemischen Behandlungsmöglichkeiten der genannten Hautkrankheiten geht. Nicht zuletzt soll auch der neuerdings diskutierte Zusammen- hang zwischen Malassezia und atopischem Ekzem anhand mikrobiologisch-immuno- logischer Mechanismen beleuchtet werden. Malassezia ist als auslösendes Agens mit einer Reihe v. a. dermatologischer Er- krankungen assoziiert. So gilt der lipophile Sprosspilz als Ursache der Pityriasis versi- color, der Pityrosporum- bzw.Malassezia-Follikulitis, daneben wurde eine Malassezia- Blepharitis beschrieben. Zunehmend treten systemische Infektionen durch Malasse- zia ausschließlich bei unreifen Säuglingen und immunsupprimierten Patienten auf. Von Bedeutung ist Malassezia auch in Bezug auf die Pathogenese des seborrhoischen Ekzems und der Kopfschuppen. Aktuelle experimentelle Arbeiten lassen vermuten, dass Malassezia-Allergene als Trigger auch den Verlauf des atopischen Ekzems – zu- mindest der sog.„head-neck“-Form – beeinflussen. Historie Malassezia (M.) ist ein Spross- oder Hefepilz,der im Gegensatz zu den meisten ande- ren fakultativ-pathogenen Sprosspilzen der Gattung Candida zur normalen mensch- lichen Hautflora gerechnet wird [1]. Dieser obligat-lipophile Sprosspilz wächst aus- schließlich auf Kulturmedien, die langkettige Fettsäuren enthalten, welche als essen- zielles Substrat auf menschlicher Haut ebenfalls enthalten sind. Die historische Entwicklung von Malassezia lässt sich wie bei kaum einem ande- ren medizinisch relevanten Mikroorganismus weit zurück verfolgen [2]. Erste Er- wähnung fand die Hefe bereits 1846 durch Eichstedt und 1853 durch Robin, die den Pilz Malassezia wird zur normalen menschlichen Hautflora gerechnet. Obligat-lipophiler Sprosspilz Hautarzt 2001 · 52 :73–86 © Springer-Verlag 2001 Priv.-Doz. Dr. P. Nenoff Mykologisches Labor,Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten,Universität Leipzig, Liebigstraße 21, 04103 Leipzig, E-Mail: nenp@server3.medizin.uni-leipzig.de Redaktion Prof. Dr. P. Fritsch, Innsbruck Prof.Dr.W.Vanscheidt, Höchenschwand Die Beiträge der Rubrik Weiterbildung sollen dem Stand des zur Facharztprüfung für den Hautarzt ohne Schwerpunktbezeichnung notwendigen Wissens entsprechen und zugleich dem niedergelassenen Facharzt als Repetitorium dienen. Die Rubrik beschränkt sich auf klinisch gesicherte Aussagen zum Thema. P.Nenoff · P.Reinl · U.-F.Haustein Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten,Universität Leipzig Der Hefepilz Malassezia Erreger,Pathogenese und Therapie