Diagnostica © 2000Hogrefe-Verlag Göttingen Juli 2000 Vol. 46, No. 3, 156-164 For personal use only--not for distribution doi:10.1026//0012-1924.46.3.156 Originalia Normierung des Fragebogens zur Beurteilung des eigenen Körpers (FBeK) an einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe Elmar Brähler Bernhard Strauß Aike Hessel Jörg Schumacher Zusammenfassung. Der Fragebogen zur Beurteilung des eigenen Körpers (FBeK) gehört im deutschen Sprachraum zu den am häufigsten verwendeten Fragebögen zur Erfassung des Körpererlebens. Das 1996 publizierte Testhandbuch enthielt jedoch keine Normwerte, die sich auf eine repräsentative Stichprobe beziehen. Die vorliegende Untersuchung schließt diese Lücke. In einer Repräsentativerhebung wurde der FBeK bei 2.047 Personen im Alter von 14-95 Jahren erhoben. Die Repräsentativnormen werden mitgeteilt und die psychometrischen Merkmale des Instruments überprüft. Schlüsselwörter: Körpererleben, FBeK, Normierung Standardization of the “Fragebogen zur Beurteilung des eigenen Körpers” (FBeK) in a community-based sample of the German population Abstract. The “Fragebogen zur Beurteilung des eigenen Körpers” (FBeK) is one of the most widespread questionnaires applied in Germany for assessing peoples' subjective views of their own bodies. In 1996 the handbook was published, but without standardized norms based on a representative sample. The present study fills in this gap. In a large-scale representative survey the questionnaire was completed by 2.047 Germans aged between 14 and 95 years. The resulting norms are presented and the psychometric features of the instrument tested. Keywords: body experience, FBeK, standardization Einleitung Der Wahrnehmung und dem Erleben des eigenen Körpers kommt im Kontext von Krankheit und Gesundheit eine große Bedeutung zu (vgl. Brähler, 1995 ). So spielen Beeinträchtigungen der Körperwahrnehmung und des Körpererlebens sowohl bei somatischen als auch bei psychischen Erkrankungen (z.B. Somatoformen Störungen, Schizophrenien, Essstörungen) eine wesentliche Rolle (vgl. Cash & Deagle, 1997 ; Löwe & Clement, 1998 ; Pruzinsky, 1990 ; Röhricht & Priebe, 1998 ; Thompson, Heinberg, Altabe & Tantleff, 1999 ; Vamos, 1993 ). Eine positive Körpererfahrung kann jedoch auch zur Steigerung des Selbstwertgefühls und zur Förderung des subjektiven Wohlbefindens und der Gesundheit beitragen (vgl. Mendelson, White & Mendelson, 1995 ; Stowers & Durm, 1996 ). Die Operationalisierung der Körpererfahrung wird dadurch erschwert, dass in diesem Forschungsfeld eine verwirrende Fülle von Begriffen und Konzepten existiert (Körperschema, Körperbild, Körper-Selbst, Körper-Ich, Körperwahrnehmung, Körperkonzept, Körpereinstellung etc.). Inzwischen besteht jedoch ein weitgehender Konsens dahingehend, dass das übergreifende Konzept der Körpererfahrung in zwei wesentliche Teilaspekte zu untergliedern ist. Während sich das Konzept “Körperschema” vor allem auf die perzeptiven Leistungen des Individuums bezüglich des eigenen Körpers bezieht, werden unter dem Begriff “Körperbild” stärker die emotional- affektiven und bewertenden Komponenten der Körpererfahrung gefasst (vgl. Shontz, 1990 ; Roth, 1998 ).