Alma Mater Antisemitica zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSRQPONMLKJIHGFEDCBA Akademisches Milieu, Juden und Antisemitismus an den Universitäten Europas zwischen 1918 und 1939 Academic Milieu, Jews and Antisemitism at European Universities between 1918 and 1939 zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSRQPONMLKJIHGFEDCBA . Herausgegeben von Regina Fritz, Grzegorz Rossolinski - Liebe und lana Starek Beiträge zur Holocaustforschung des Wiener Wiesenthai Instituts für Holocaust -Studien (VWI) Band3 Herausgegeben vom Wiener Wiesenthai Institut für Holocaust -Studien (VWI) - ~ '1 new academic press, Wien 2016 hlaus Taschwer: uerietmsacne närennonie Klaus Taschwer Geheimsac he Bärenhöhle Wie eine antisemitische Professorenclique nach 1918 an der Universität Wien jüdische Forscherinnen und Forscher vertrieb' .", Anfang November l~l~'hielt Max Weber in München einen berühmt gewordenen Vor- trag: Unter dem Titel zyxwvutsrqponmlkjihgfedcbaZYXWVUTSRQPONMLKJIHGFEDCBA Wissenschaft als Beruflegte der deutsehe Soziologe eine umfas- sende und bis heutelesenswerte Analyse des Wissenschaftsbetriebs vor. Eine der Kern- aussagen seines Texts: Eil1e Laufbahn an der Universität ist immer auch Glück~~ache; nicht immer die Bestea machen in der Wissenschafi Karriere. Webermachte in dieser Zeit selbst einen wenig bekannten Karriereschritt: Er verhandelte in diesen Monaten über ein Ökonomieorcl!nariat an der Universität Wien, das er im April 1918 antrat.' Weber lehrte im Sommersemester 1918 in Wien, doch bereits im Sommer 1919 folgte er einem Ruf nach München. Im Jahr 1919 erschien der Text dann in der Druckfassung. in der es unter anderem heißt: "Das akademische Leben ist nichts als ein wilder Hasard. Wenn junge Gelehrte um Rat fragen kommen wegen Habilitation, so ist die Verantwor- tung des Zuredens fast nicht zu ertragen." Diese Zeilen sind oft zitiert wurden; weit weni- ger oft wurde zitiert, was danach kommt: "Ist er ein Jude, so sagt man ihm natürlich: lasciate ogni speranza." Weber spielte damit auf einen Satz aus Dantes Göttlicher Komö- Ich danke Mitchell Ash (Universität Wien), Kurt Bauer (Wien), Brigitte Bischof (Universität Wien), Tho- mas Brandsrätter (Universität Basel), Julia Budka (Universität München), Tatjana Buklijas (University of Auckland), Robert Czepel (Wien), Oliver Hochadel (Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, Barcelona), Hansjörg Klausinger (Wirtschaftsuniversität Wien), Thomas König (Universität Wien, IHS), Georg'Kopsky (Universität Wien), [uliane Mikoletzky (Technische Universität Wien), Wolfgang Reiter (Universität Wien), Stefan Sienell (Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), Karolina Sigmund (Universität Wien), Martin Summer (Österreichische Nationalbank Wien), Matthias Svojtka (Universität Wien) und einem anonymen Gutachter herzlich für kritische Anmerkungen. 2 Joachim Radkau, Max Weber. Die Leidenschaft des Denkens, München/Wien 2005, 747-754. 3 Max Weber, Wissenschaft als Beruf, in: ders., Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen 1986,582-613, hier 588. Zit - ohne dem Sachverhalt allerdings systematischer nachzugehen - bei LI. a.: Albert Müller, Grenzziehungen in der Geschichtswissenschaft: Habilitationsverfahren 1900-1950 (am 221