Medien in der Wissensgesellschaft: Auf der Suche nach Schnittstellen Marian Adolf & Nico Stehr, Zeppelin University Friedrichshafen 1 Erschienen in: Raabe, Johannes, Stöber, Rudolf, Theis-Berglmair, Anna und Kristina Wied (Hg.) (2008): Medien und Kommunikation in der Wissensgesellschaft. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Band 35. Konstanz: UVK, S.62-73 Einleitung Kompakte Gesellschaftsbegriffe üben eine besondere Faszination aus: Sie erzeugen die Idee der Handhabbarkeit der Komplexität jener sozialen Realität, die zu untersuchen wir uns zur Aufgabe gemacht haben. 2 Wenn man solche Etiketten als Diskussionsangebote versteht, dann erlauben sie einen unmittelbaren Einstieg in gesellschaftstheoretische Debatten. Gerade diese Unmittelbarkeit macht ihren Wert aus. Mit der Vorgabe, nach der Rolle der Medien in der Wissensgesellschaft zu suchen, tritt auch die Frage nach der Vergleichbarkeit und Kompatibilität der Entwürfe Medien- und Wissensgesellschaft zu Tage. Als einen kleinen Beitrag zur Grundlagenarbeit dieser Aufgabe möchten wir die folgenden Ausführungen verstanden wissen. Die Theoretisierung der Wissensgesellschaft kann innerhalb der Soziologie auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken. Wir wollen zuerst einen sozialen Begriff des Wissens skizzieren, um in der Folge mit diesem einige zentrale Betrachtungen der Gegenwartsgesellschaft vornehmen zu können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer kurzen Darstellung der soziologischen Begrifflichkeiten, die sich unter dem Titel Wis- sensgesellschaft summieren lassen. 1 Dr. Marian Adolf und Nico Stehr PhD, F.R.S.C., Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften, Zeppelin University, Am Seemoser Horn 20, D-88045 Friedrichshafen. Email: marian.adolf@zeppelin- university.de 2 Der in der Folge verwendete Term Gesellschaftskompaktbegriff verdankt sich Guido Zurstieges Ausfüh- rungen zum Thema Mediengesellschaft im Rahmen eines Vortrages an der Universität Wien im Frühjahr 2006.