Originalarbeit 77 Gumz A et al. Faktorstruktur und Gütekriterien der … Psychother Psych Med 2013; 63: 77–84 eingereicht 19. Juni 2012 akzeptiert 27. Juli 2012 Bibliograe DOI http://dx.doi.org/ 10.1055/s-0032-1323695 Psychother Psych Med 2013; 63: 77–84 © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York ISSN 0937-2032 Korrespondenzadresse Dr. Antje Gumz Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universität Leipzig Semmelweisstraße 10 04103 Leipzig Antje.Gumz@web.de Schlüsselwörter Burnout Studierende MBI-SS Keywords burnout students MBI-SS Faktorstruktur und Gütekriterien der deutschen Übersetzung des Maslach-Burnout-Inventars für Studierende von Schaufeli et al. (MBI-SS) Factorial Structure and Psychometric Criteria of the German Translation of the Maslach Burnout Inventory – Student Version by Schaufeli et al. (MBI-SS) sonderer Relevanz ist der Zusammenhang zwi- schen Burnout und Depression [1]. Auch wenn das Syndrom häuger Forschungsgegenstand ist [2], handelt es sich aus wissenschaftlicher Sicht um ein noch unfertiges Konzept. Bislang gibt es keine international konsentierte Denition und kein valides dierenzialdiagnostisches Instru- ment [1]. Der BegriBurnout wurde 1974 von Herbert Freudenberger geprägt. Das Syndrom wurde ursprünglich mit Dienstleistungen am Menschen und somit bei Erwerbstätigen, die im Gesund- heits- und Bildungswesen oder in der Sozialar- beit tätig sind, in Verbindung gebracht. In den frühen Konzepten wurde es als Syndrom emotio- naler Erschöpfung, Depersonalisation und redu- zierter professioneller Leistungsfähigkeit de- Einleitung Das Burnout-Syndrom unter verschiedenen Be- völkerungsgruppen, so auch unter Studierenden, erfährt derzeit große Aufmerksamkeit. Burnout ist in vielerlei Hinsicht ein Begrihoher gesell- schaftlicher Relevanz. Nach Schätzungen der Be- triebskrankenkassen sind ca. 9 Millionen Deut- sche vom Burnout-Syndrom betroen [1]. Burn- out wurde wiederholt mit einer Vielzahl psychi- scher und körperlicher Beschwerden in Verbin- dung gebracht [1–3], darunter Angst, mangelndes Selbstwertgefühl, Gefühle von Hilosigkeit, Reiz- barkeit, Müdigkeit, Schlaosigkeit, Kopfschmer- zen, gastrointestinale Beschwerden, Neurasthe- nie. Ein Zusammenhang mit der Häugkeit von Erkrankungen wurde nachgewiesen [4]. Von be- Autoren Antje Gumz 1 , Rainer Erices 2 , Elmar Brähler 3 , Markus Zenger 3 Institute 1 Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universität Leipzig 2 Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen 3 Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie, Universität Leipzig Zusammenfassung Das Maslach-Burnout-Inventar (MBI) ist das am häugsten eingesetzte Verfahren in der Burnout- Forschung. Für die deutsche Übersetzung der MBI-Version für Studierende (MBI-SS) konnte nach konrmatorischer Prüfung die postulier- te 3-faktorielle Struktur bestätigt werden. Die internen Konsistenzen der Skalen sind hoch. Erste Befunde stützen die Konstruktvalidität. Es zeigten sich Zusammenhänge der Burnout- Werte mit psychischen und körperlichen Be- schwerden sowie mit dem erlebten sozialen Rückhalt. Explorative Analysen ergaben, dass sich Studierende mit einer festen Partnerschaft ezienter einschätzten. Studierende zweifelten mit zunehmender Dauer an der Bedeutung ihres Studiums. Je mehr akuten Zeitdruck sie erlebten, desto erschöpfter waren sie. Die vorgestellten Ergebnisse zur faktoriellen Struktur und Validi- tät sprechen für die Anwendbarkeit des MBI-SS für Forschungszwecke auch unter Studierenden deutscher Hochschulen. Abstract The Maslach Burnout Inventory (MBI) is the most commonly used instrument in research on burnout. For the German translation of the MBI student version (MBI-SS), the postulated 3-factorial structure of the questionnaire could be conrmed using conrmatory analyses. The internal consistencies of the scales can be clas- sied as good. First ndings underline the con- struct validity of the questionnaire. As expected, burnout was associated with psychic and soma- tic complaints as well as with experienced soci- al support. Couples reported higher “Eciency” levels. Academic studies became less important with increasing duration. Time pressure during the last month was correlated with “Exhaustion”. The presented ndings on factorial structure and validity speak for the applicability of MBI-SS for research projects on students of German institu- tes of higher education. Heruntergeladen von: Universität Leipzig. Urheberrechtlich geschützt.