„Dieu et cerveau, rien que Dieu et cerveau!“ – Johann Gottfried von Herder (1744-1803) und die Neurowissenschaften seiner Zeit Von Frank Stahnisch Einleitung Anders als bei Johann Wolfgang von Goethe (-) und Johann Christoph Friedrich von Schiller (-) hat die medizinhistorische Fachgeschichtsschreibung bisher nur wenige Facetten des Herder’schen Werks in ihren Blick genommen. Lediglich aus einer breiter angelegten physiologiehistorischen Perspektive heraus ist Herders Einfluß auf die zeit- genössische Lehre der Seelentätigkeiten wie auf Ansätze der allgemeinen Naturforschung gewürdigt worden. So haben etwa Erna Lesky und Michael Hagner auf den grundlegenden Einfluß der Herder’schen Anthropologie in den Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit (-) für die hirnphysiologische Lokalisationslehre des österreichisch-französischen Arz- tes Franz Joseph Gall (-) hingewiesen. Gleichzeitig hat Heinrich * Frühere Versionen des vorliegenden Beitrags wurden sowohl auf der . Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde an der Universität Ro- stock, am . Oktober , als auch auf dem Jahrestreffen des Rheinischen Kreises der Medizinhistoriker, am . Mai , an der Albertus-Magnus-Universität zu Köln präsentiert. Ich danke den Diskutantinnen und Diskutanten für hilfreiche Anregungen wie konstruktive Kritik. Zugleich gilt mein Dank der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen sowie dem Präsidenten ihres Referats für Forschung und Bildung, Prof. Dr. Lothar Ehrlich, welche mir von Februar bis April mit der Gewährung eines Weimar-Stipendiums entscheidende Vorarbeiten zu diesem Projekt ermöglicht ha- ben. Dr. Günter Arnold bin ich für unsere intensiven Diskussionen über Herder und die Medizin der Goethezeit sehr dankbar. Fischer . Siehe beispielsweise Theopold . Lesky und Hagner , S. sowie .