DOI: 10.111/j.1610-0379.2009.07178.x Definition/Epidemiologie und Klassifikation S1
© 2009 The Authors • Journal compilation © Blackwell Verlag GmbH, Berlin • JDDG • Suppl 6 – S1–S14 JDDG | Supplement 6
˙
2009 (Band 7)
Definition
Bei der zirkumskripten Sklerodermie han-
delt es sich um ein Spektrum von
sklerotischen Erkrankungen der Haut mit
je nach Subtyp und Lokalisation mögli-
cher Beteiligung von hautnahen Struktu-
ren wie Fettgewebe, Muskulatur, Gelenke
und Knochen. Ein Befall innerer Organe
wie z. B. Herz, Lunge, Niere oder Gastro-
intestinaltrakt tritt bei der zirkumskripten
Sklerodermie ebenso wenig auf wie Über-
gänge in eine systemische Sklerodermie.
Epidemiologie und Klassifikation
Die Inzidenz der zirkumskripten Sklero-
dermie wird mit ca. 27 pro 1 Mio.
Einwohner (Silman et al. 1988, Peterson
et al. 1997) angegeben. Die zirkum-
skripte Sklerodermie tritt mit einer
Häufigkeit von 2,6–6 zu 1 häufiger bei
Frauen als bei Männern auf (Silman et al.
1988). Das breite klinische Spektrum
der zirkumskripten Sklerodermie führte
zur Entwicklung einer Reihe verschiede-
ner Klassifikationen (Jablonska 1975b,
Peterson et al. 1995). Für diese Leitlinie
wird eine Klassifikation vorgeschlagen,
die das Ausmaß, die Ausbreitung und die
Tiefe des fibrotischen Prozesses berück-
sichtigt. Hieraus resultiert eine Eintei-
lung in die vier Hauptformen „limitiert,
generalisiert, linear und tief“ (Abbildung 1).
Vorteil dieser einfachen Klassifikation ist
der eindeutige Bezug zu den therapeuti-
schen Empfehlungen dieser Leitlinie.
Diese Einteilung reflektiert teilweise
auch den unterschiedlichen klinischen
Diagnostik und Therapie der zirkumskripten Sklerodermie
AWMF-Leitlinie Nr. 013/066
Diagnostik und Therapie der zirkumskripten
Sklerodermie
Alexander Kreuter, Thomas Krieg, Margitta Worm, Jörg Wenzel, Thilo Gambichler, Annegret Kuhn,
Elisabeth Aberer, Karin Scharffetter-Kochanek, Nicolas Hunzelmann
Leiter der Expertenkommission und schriftführende Autoren:
Jun.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Alexander Kreuter, Dermatologische Klinik der Ruhr Universität Bochum
Prof. Dr. Nicolas Hunzelmann, Universitäts-Hautklinik, Köln
Autorengremium:
Prof. Dr. Thomas Krieg, Universitäts-Hautklinik, Köln
Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Charité Universitätsmedizin, Berlin
Priv.-Doz. Dr. Jörg Wenzel, Klinik für Dermatologie, Universität Bonn
Priv.-Doz. Dr. Thilo Gambichler, Dermatologische Klinik der Ruhr Universität Bochum
Prof. Dr. Annegret Kuhn, Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten, Universitätsklinikum Münster
Prof. Dr. Elisabeth Aberer, Universitäts-Hautklinik, Medizinische Universität, Graz
Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Klinik für Dermatologie der Universität Ulm
Zusammenfassung
Die zirkumskripte Sklerodermie ist eine seltene Autoimmunerkrankung mit primärem Hautbefall und möglicher Beteili-
gung hautnaher Strukturen wie Fettgewebe, Muskulatur, Faszie oder Knochen. In Abhängigkeit vom klinischen Subtyp
reicht das Spektrum der Hautveränderungen von einzelnen umschriebenen Plaque-Läsionen bis zu schwersten generali-
sierten oder linearen Formen mit daraus resultierender Bewegungseinschränkung und dauerhafter Behinderung. In die-
ser deutschen S1-Leitlinie wird eine Klassifikation der zirkumskripten Sklerodermie vorgeschlagen, die Ausbreitung und
Tiefe des fibrotischen Prozesses berücksichtigt und somit limitierte, generalisierte, lineare und tiefe Formen sowie deren
dazugehörende Unterformen unterscheidet. Weiterhin werden in dieser Leitlinie Pathogenese, Differentialdiagnose und
Besonderheiten der zirkumskripten Sklerodermie im Kindesalter beschrieben und Empfehlungen zur histologischen,
serologischen und apparativen Diagnostik bei der zirkumskripten Sklerodermie gemacht. Anhand der in der internationa-
len Literatur veröffentlichten topischen und systemischen Therapien sowie der Phototherapie zur zirkumskripten Sklero-
dermie wurde ein Behandlungsalgorithmus erstellt, der den Subtyp und die Ausbreitung der Erkrankung berücksichtigt.
Schlüsselwörter
Zirkumskripte Sklerodermie – Klassifikation - Morphea – Diagnostik – Therapie