Kardiologe 2008 · 2:49–64
DOI 10.1007/s12181-007-0034-0
Online publiziert: 13. Januar 2008
© Deutsche Gesellschaft für Kardiologie –
Herz- und Kreislaufforschung e.V.
Published by Springer Medizin Verlag –
all rights reserved 2008
M. Block · D. Bänsch · R. Gradaus · W. Jung · W. Schöls · C. Stellbrink · T. Wichter
B. Zrenner
Curriculum „Praxis
der ICD-Therapie“
Curriculum
Das Curriculum „Praxis der ICD-Thera-
pie“ wurde analog zum Curriculum „Pra-
xis der Herzschrittmachertherapie“ (Kar-
diologe 2007; 1: 177–186) formuliert. Das
Curriculum definiert aus Sicht der betei-
ligten Fachgremien die für eine Therapie
mit implantierbaren „Cardioverter-De-
fibrillatoren“ (ICD) erforderlichen theo-
retischen Kenntnisse, die zusammen mit
den praktischen Erfahrungen, die in der
klinischen Aus- und Weiterbildung er-
langt wurden, die Voraussetzung für eine
qualitativ hochwertige ICD-Therapie dar-
stellen (. Tab. 1). Bezüglich der antibra-
dykarden Schrittmacherfunktionen und
der Resynchronisationstherapie wird das
Curriculum „Praxis der Herzschrittma-
chertherapie“ vorausgesetzt.
1 Grundlagen
1.1 Plötzlicher Herztod
1.1.1 Definition
Unterscheidung zwischen plötzlichem
Tod und plötzlichem Herztod
F Zeitlicher Ablauf
F Beobachtet vs. unbeobachtet
F Unerwarteter Zeitpunkt des Todes
1.1.2 Epidemiologie
F Inzidenz in der Bevölkerung
1z. B. Gesundheitsbericht für
Deutschland, Monika-Projekt
F Ergebnisse populationsbezogener
Studien
1z. B. Maastricht-Studie, unbeob-
achtet vs. beobachteter Tod, Ge-
schlechts- und Altersverteilung,
vorbekannte Risikofaktoren, Reani-
mationsinzidenz und -erfolg
1.1.3 Zugrunde liegende
kardiale Erkrankungen
F Prävalenz der Erkrankung und Inzi-
denz des plötzlichen Todes
F KHK
1Bedeutung des akuten Myokard-
infarktes, von Ischämien und alter
Myokardinfarkte
1Inzidenz des plötzlichen Herztodes
in Abhängigkeit vom zeitlichen Ab-
stand zum Myokardinfarkt, z. B.
VALIANT
F Kardiomyopathien
1DCM, HCM, ARVC
1Typische EKGs (Ruhe-EKG und
VT-EKG) sowie Befunde der bild-
gebenden Diagnostik
F Elektrische Grunderkrankungen
1LQTS, Brugada-Syndrom, SQTS,
CPVT, normales Herz
1Typische EKGs (Ruhe-EKG und
VT-EKG) sowie Ajmalin-Test, ge-
netische Grundlagen
1.1.4 Indikatoren eines
erhöhten Risikos
F LVEF und Herzinsuffizienzklasse
nach NYHA
F „microvolt T-wave alternans“, Spät-
potenziale, Herzfrequenzvariabilität,
QT-Dispersion, „baroreflex sensitivi-
ty“ etc.
F Synkopen, Herz-Kreislauf-Stillstand
F Wertigkeit von dokumentierten vent-
rikulären Herzrhythmusstörungen in
Abhängigkeit
1von ihrem Ausmaß (häufige VES,
nicht anhaltende VT, anhaltende
VT)
1von ihren hämodynamischen Aus-
wirkungen (niedriger RR, akute
Herzinsuffizienz, Synkope, Herz-
Kreislauf-Stillstand)
1weiterer vorhandener Indikatoren
(LVEF etc.)
F Wertigkeit von induzierten VT/VF in
Abhängigkeit von
1ihrer Art (nicht anhaltende VT, an-
haltende monomorphe VT, anhal-
tende schnelle polymorphe VT, VF)
1ihrem Auslösungsmodus
1der zugrunde liegenden kardialen
Erkrankung
F Familienanamnese für plötzlichen
Herztod
1.1.5 Pathomechanismen
des plötzlichen Todes
F Inzidenz in Abhängigkeit von Alter,
Geschlecht und Grunderkrankung
F Rhythmogen
1Tachykardien, Bradykardien, Asys-
tolien
F Andere kardiale Ursachen
1Terminale Herzinsuffizienz, Klap-
penfehler etc.
Curriculum „Praxis der ICD-Therapie“
Herausgegeben vom Vorstand der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreis-
laufforschung e.V.
Bearbeitet im Auftrag der Kommission für
Klinische Kardiologie:
M. Borggrefe, M. Böhm, J. Brachmann,
H.R. Figulla, G. Hasenfuß, K. Rybak,
U. Sechtem, S. Silber, außerdem
H.M. Hoffmeister und A. Osterspey, und der
Arbeitsgruppe „Herzschrittmacher und Ar-
rhythmie“ der DGK: J. Tebbenjohanns,
S. Willems, B. Nowak, D. Pfeiffer.
Korrespondierender Autor:
Prof. Dr. M. Block, Klinik Augustinum
München, Wolkerweg 16, 81375 München
49 Der Kardiologe 1 · 2008
|