35 GIS vs. BIM – semantische Modelle in frühen Planungs- und Entwurfsphasen Frank PETZOLD 1 , Gerhard SCHUBERT 1 , Michael MÜHLHAUS 1 und Nils SEIFERT 2 1 Lehrstuhl für Architekturinformatik · Technische Universität München · Arcisstr. 21 · 80333 München 2 Lehrstuhl für Städtische Architektur · Technische Universität München · Arcisstr. 21 · 80333 München Dieser Beitrag wurde durch das Programmkomitee als „reviewed paper“ angenommen. Zusammenfassung Die Dimension und die Herausforderungen der Digitalisierung im Bauwesen erfordert eine Zusammenarbeit und Zusammenführung von Kompetenzen auf verschiedenen Skalen. Eine besondere Herausforderung in der informationstechnischen Unterstützung des Lebenszy- klus von Gebäuden stellen die frühen Entwurfsphasen dar. Im Artikel werden zwei Schlüs- seltechnologien – BIM und GIS – diskutiert, die als semantische Datengrundlage für die Konzeption von entscheidungsunterstützenden digitalen Entwurfsumgebungen in frühen Entwurfsphasen dienen. Die Betrachtung erfolgt anhand zweier aktueller Forschungspro- jekte, die in diesem Kontext genauer beschrieben werden. 1 Die Digitalisierung des Bauens Digitale Technologien durchdringen in zunehmendem Umfang unseren Alltag und verän- dern unsere Gesellschaft tiefgreifend. Wie wir leben, wie wir kommunizieren, wie wir arbeiten und wie wir wohnen. „Modernes Bauen heißt: erst virtuell und dann real bauen“ wie es Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Herr Dobrindt formu- lierte (HEEGT 2014). „Real bauen“ bedeutet in diesem Zusammenhang, bspw. Strategien für die Nachverdichtung von städtischen Strukturen, Umstrukturierung ländlicher Regionen, für Wohnen und Arbeiten, für die gebaute Umwelt zu entwickeln, um den Herausforderun- gen des Digitalen Zeitalters zu begegnen. „Virtuell bauen“ umfasst die Konzeption digitaler Entwurfs- und Planungswerkzeuge die adäquat die Tätigkeiten im Lebenszyklus baulicher Strukturen unterstützen, basierend auf innovativen Methodiken, wie bspw. Building Infor- mation Modelling und semantischen Stadtmodellen. 2 USP – Urban Strategy Playground Ziel des Forschungsfeldes „USP – Urban Strategy Playground“ (2014) ist es, Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, mit denen Nachverdichtungspotenziale auf innerstädtischen Planungsflächen erkannt und Nachverdichtungsstrategien abgeleitet und überprüft werden