BOOK REVIEWS 139 weitaus weniger Schwierigkeiten. Trotz aller Probleme (oder deswegen?) enthält das Buch jedoch eine Fülle origineller Ideen, und darüber hinaus hatte der Autor ja auch noch ein weiteres Ziel: eine Veranschaulichung der Relativitätstheorie. Dies ist ihm voll und ganz gelungen. FRANK KÖHLER Münster Nikos Psarros, Klaus Ruthenberg, Joachim Schummer (Hrsg.), Philoso- phie der Chemie. Bestandsaufnahme und Ausblick , Königshausen und Neu- mann, Würzburg, 1996, 168 S., ISBN 3-8260-1143-0, DM 48,–. Der Band Philosophie der Chemie. Bestandsaufnahme und Ausblick ist das erste publizistische Ergebnis des 1993 von den Herausgebern mitbegrün- deten „Arbeitskreises Philosophie und Chemie“ (APC). Ein kritisches und ermunterndes Geleitwort hat Elisabeth Ströker beigetragen. Von einem der Herausgeber (J.S.) wird mittlerweise die (auch elektronisch verfügbare) in- ternationale Zeitschrift HYLE. An International Journal for the Philosophy of Chemistry herausgegeben. Die Beiträge der neun (davon vier ausländischen) Autoren des vor- liegenden Bandes widmen sich auf kompetente Weise vor allem den Grün- den für die wissenschaftstheoretische Vernachlässigung der Chemie. Die vorläufige Bestandsaufnahme reicht dabei „von der griechischen Stoff- philosophie bis zur Rolle der Chemie im dialektischen Materialismus und der gegenwärtigen analytischen Wissenschaftstheorie einschließlich einer kritischen Diskussion verschiedenster Thesen zur ,Philosophieunfähigkeit der Chemie‘.“ Den kleinsten gemeinsamen Nenner der verschiedenen Per- spektiven in der neuen „Philosophie der Chemie“ hat einer der Autoren (N.P.) identifiziert als die rationale, methodische, systematische und prob- lemorientierte Reflexion eines Themas, das für die Menschheit wichtig ist. Konsensfähig unter allen Autoren des Bandes scheint die Auffassung zu sein, daß chemische Erkenntnis vor allem als durch experimentelle und klassifikatorische Verfahren charakterisiert aufgefaßt werden muß. Geht man im Sinne einer „Minimalontologie“ davon aus, daß an der „ontologische Einheit der Natur“ als regulative Idee festgehalten werden sollte, ohne sie als erkenntniskonstitutive Kategorie zu überanspruchen (bzw. zu mißdeuten), so ist dies mit einem faktischen Methodenpluralis- mus unserer Wissenschaften durchaus verträglich. Auf der erklärungstheo- retischen Ebene ist eine Differenzierung zwischen einem für den Wis- Journal for General Philosophy of Science 29, 1998.