M. Hohls W. Sauerbrei J. Hasse E. Stoelben Postoperative Sterblichkeit beim Bronchialkarzinom in Abhängigkeit vom Tumorstadium Z Herz- Thorax- Gefäßchir 16:293–299 (2002) DOI 10.1007/s00398-002-0357-x HTG 357 Eingegangen: 31. Januar 2002 Akzeptiert: 2. Juli 2002 Dieser Artikel wurde am 17. September 2001 auf dem 15. Kongress der European Association of Cardio-Thoracic Surgery in Lissabon, Portugal, als Vortrag gehalten. Dr. E. Stoelben ( ) ) M. Hohls · J. Hasse Klinikum der Albert-Ludwig-Universität Freiburg Abteilung Thoraxchirurgie Hugstetter Str. 55 79106 Freiburg, Germany Tel.: 07 61/270 24 57 Fax: 07 61/270 24 99 E-Mail: stoelben@ch11.ukl.uni-freiburg.de W. Sauerbrei Klinikum der Albert-Ludwig-Universität Freiburg, Institut für Biomathematik und Informatik Tumor stage and mortality for surgical resections in lung cancer n Zusammenfassung Zielsetzung Die postoperative Sterblichkeit wird in der Regel im Hinblick auf die Operationsart sowie auf vorbestehende pulmonale und/oder extrapulmonale Erkrankungen untersucht. In die- ser Studie untersuchen wir den Einfluss des histopathologischen Tu- morstadiums auf die perioperative Mortalität. Patienten und Methoden Dies ist eine retrospektive Studie der 1281 Patienten, die in unserer Ab- teilung wegen eines primären Bronchialkarzinoms von Januar 1987 bis Dezember 1997 reseziert wurden. Dokumentiert wurden Operationsart, postoperative Sterblichkeit nach 30 sowie nach 90 Tagen, histopatholo- gisches Tumorstadium, Geschlecht, Alter, Sitz des Primärtumors und Radikalität der Resektion. Die Daten wurden einer Multivarianzanalyse unterzogen. Im genannten Zeitraum führten wir 116 Segmentresektio- nen, 851 Lobektomien (einfache Lobektomien: 416, Manschettenlobek- tomien: 152, erweiterte Lobektomien: 205, Bilobektomien: 84) und 314 Pneumonektomien durch. 9 Patienten, die eine Tumorpleurektomie bzw. Probethorakotomie erhielten (0,7%), wurden ausgeschlossen. Die Aufteilung der operierten Patienten nach Tumorstadien (UICC, 4. Auf- lage) ergibt folgendes Bild: I: n = 493; II: n = 147, IIIa: n = 388, IIIb: n= 148, IV: n= 114. Eine R0-Resektion wurde bei 91,9% der Patienten erreicht. Ergebnisse Die postoperative Sterblichkeit aller Patienten be- trug 4% nach 30 Tagen, bzw. 7,3% nach 90 Tagen. Aufgeteilt nach Art der Operation betrug die Mortalität (jeweils nach 30 und 90 Tagen) nach Segmentresektion 0,9% und 1,7%, nach Lobektomie 3,0% und 5,7%, nach Manschettenlobektomie 5,3% und 7,9% sowie nach Pneu- monektomie 6,7% und 12,5%. Nach Tumorstadien eingeteilt ergab sich folgendes Bild (jeweils nach 30 und 90 Tagen): Stadium I 0,8% und 1,0%, Stadium II 5,4% und 5,4%, Stadium IIIa 4,9% und 8,8%, Stadium IIIb 7,2% und 16,6%, Stadium IV 8,9% und 20,5%. In der Multivarianz- analyse beeinflusst das histopathologisch definierte Tumorstadium die 90-Tage-Mortalität am stärksten. Zum Vergleich teiltenwir die Patienten nach niedrigem und hohem Tumorstadium in zwei Gruppen ein (Grup- pe 1: n=765, Tumorstadien I, II, IIIa ohne N2 verglichen mit Gruppe 2: n=498, Tumorstadien IIIa (ausschließlich N2), IIIb, IV). Die Mortalität nach 30 bzw. 90 Tagen ergab 2,5% und 3,4% in Gruppe 1, in Gruppe 2 6,4% und 13,3%. Andere Risikofaktoren wie z. B. Alter >75 Jahre, Ge- schlecht, Art der Operation und sogar Radikalität der Resektion erwie- sen sich als von untergeordneter Bedeutung. Schlussfolgerung Nicht das ORIGINALARBEIT