TAGUNGSBERICHT DOI 10.1007/s00481-016-0393-9 Ethik Med Roboterethik Berlin, 24. November 2015 Catarina Caetano da Rosa © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016 „Wer jetzt aus den moralischen Dingen ein Studium machen will“, erklärte Friedrich Nietzsche in der „Fröhlichen Wissenschaft“ aus dem Jahr 1886, dem „eröffnet sich ein ungeheures Feld der Arbeit“. Der Philosoph zählte zum Beispiel „die Folgen einer regelmäßigen Festsetzung von Arbeit, Fest und Ruhe“, „die Erfahrungen über das Zusammenleben“ und andere „Arten Passionen“ 1 zu dieser Forschungsagenda. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts stellen sich zusätzliche Fragen im Blick auf Robo- ter, die den Forscherehrgeiz in moralischer Hinsicht anstacheln. Welche Probleme sich mit Robotern lösen lassen und welche Streitfragen allererst an ihrem Beispiel aufblitzen werden, sind hier die springenden Punkte. Am 24. November 2015 fanden sich Philosophen, Soziologen und Ingenieure in Berlin ein, um sich über Fragen der Roboterethik zu verständigen. Die Forscher- Innen tauschten ihre Ideen zum Thema der autonomen Maschinen aus, die zurzeit als moralische Spezialität der Zukunft gelten. Die Speisekarte der Tagung brachte eine Vielfalt von Rezepten zur Sprache. Die im Menü vorgesehenen „Leckerbissen“ lauteten, 1. wie Roboter die Umweltprobleme lösen, Verteilungsnöte beheben und Pflegenot- stand abmildern könnten, 2. wie Roboter konfiguriert sein müssten, um Entscheidungen treffen und konzertiert vorgehen zu dürfen, C. Caetano da Rosa () Institut für Geschichte, Abteilung Technikgeschichte, Technische Universität Darmstadt, Landwehrstraße 50a, 64293 Darmstadt, Deutschland E-Mail: cdr@ifs.tu-darmstadt.de 1 Nietzsche F (³1999) „Die fröhliche Wissenschaft, § 7“. In: Colli G, Montinari M (Hrsg) Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Einzelbänden. Bd. 3. München u. a., S. 378 f. K