andrologia zyxwvutsrqp 22 zyxwvutsrqp 355-360 (1990) Received December 5 1989 Department of Dermatology and Andrology, Justus-Liebig-U niversity, Giessen, and Department of Dermatology, Andrology Section, Ludwig-Maximilians-University, Munich/ Germany Institute of Histology and Pathology, Austral University of Chile, Valdivia and Faculty of Biological Sciences, Pontifical Catholic University of Chile, Santiago/ Chile Mollikuten bei mannlicher Infertilitat: 1st eine antibiotische Therapie sinnvoll? Mollicutes in male infertility: is antibiotic therapy indicated? R. Sanchez, R. Hein, M. Concha, P. Vigil und W.-B. Schill Key words. Infection zyxwvutsr - infertility ~ mollicutes - semen ~ spermatozoa. Zusammenfassung. Bei infertilen Mannern werden im Sperma oft Mollikuten nachgewie- sen. Der mogliche Einflufi einer Mollikuteninfektion auf die Fertilitat ist ebenso umstritten wie eine antibiotische Behandlung. Bei unseren andrologischen Patienten sind in etwa 10 % Mollikuten zu beobachten. Zur Uberprufung der Wirksamkeit einer antibiotischen Therapiewurden zwei Patientengruppen untersucht: Gruppe 1 - Patienten mit positiver bzw. negativer Mollikutenkultur und normalem Spermiogramm. Dabei wurde den morphologi- schen Veranderungen an den Spermatozoen besondere Beachtung geschenkt zy (n = zy 40). Gruppe 2 - Patienten mit positiver Mollikutenkultur, die eine Doxycyclin- bzw. Erythromycintherapie erhielten. Untersuchung der Spermaparameter vor und nach der Behandlung (n = 20). Beim Vergleich von infiziertem und nichtinfiziertem Sperma in Gruppe 1 war als einziger Unterschied eine Veranderung der Spermatozoenschwanze zu beobachten (p < 0,005). Licht- und elektronenmikroskopisch (EM) zeigten sich oft aufgerollte Schwanze, was moglicherweise auf eine Adhasion der Mollikuten (EM) zuruckzufuhren war. In Gruppe 2 wurden pathologische Veranderungen am hadigsten bei Patienten mit Teratoasthenozoospermie beobachtet. Ein Vergleich der Spermiogramme nach Therapie lien nur bei der Spermatozoenmorphologie einen signifikanten Unterschied erkennen (p < 0,005). Daraus wird geschlossen, dafi Mollikuten beim Menschen wesentliche Veranderun- gen der Spermatozoenmorphologie hervorrufen, vor allem an den Schwanzen, die spiralfijrmig erscheinen. Da die Teratozoospermie einen wichtigen Faktor der mannlichen Infertilitat darstellt, ist eine antibiotische Therapie beim Nachweis von Mollikuten empfehlenswert. Summary. Mollicutes are frequently isolated from sperma of infertile men. The potential effect on the fertility of mollicute infection is controversial as is antibiotic therapy. In our andrological patients, the prevalence of mollicutes is approximately 10 %. To evaluate the benefit of antibiotic therapy, we investigated two groups of patients: group 1 - patients with positive or negative mollicute cultures and normal spermiogram; morphological changes on