[Pre-Print] In: Claudio Di Meola / Daniela Puato (Hgg.): Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht. Phraseologie, Temporalität und mehr. Frankfurt am Main: Lang (= Deutsche Sprachwissenschaft International 20), 13-35. Die Rolle der Kontrastivität in der Phraseodidaktik: eine kognitive und konstruktionsgrammatische Perspektive Fabio Mollica 1 1. Einleitung Phraseologismen, insbesondere Idiome 2 , stellen eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit in der L 2 -Didaktik 3 dar: Sie weisen nämlich eine idiosynkratische Natur auf und folgen in der Regel keinen kompositionellen Regeln. Sie erscheinen also Lernern als völlig arbiträr und können zu Missverständnissen führen, wenn ihr phraseologischer bzw. idiomatischer Charakter nicht erkannt wird. Jedoch sind phraseologische Kenntnisse sehr wichtig für eine erfolgreiche Kommunikation, denn erst sie ermöglichen eine natürliche und spontane Interaktion innerhalb einer Sprachgemeinschaft (vgl. u. a. Aguado 2002: 43, Boers/Lindstromberg 2008: 7 und Hallsteinsdóttir 2011: 4). Aus diesem Grund sind in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Studien mit dem Ziel durchgeführt worden, die phraseologische Kompetenz bei Fremdsprachenlernern zu verbessern (vgl. u. a. Daniels 1985, Hallsteinsdóttir 2001, Kühn 2005, Jesenšek 2006, Ettinger 2007, Wray 2007, Bérendi/Csábi/Kövecses 2008). 4 Diese 1 Ich bedanke mich bei Annalisa Baicchi, Claudio Di Meola, Maria Teresa Bianco und Sabine Koesters Gensini für die Hinweise und Kommentare. 2 Unter «Idiome» werden im Folgenden idiomatische, polylexikalische und stabile Wortverbindungen verstanden (Dobrovol’skij/Piirainen 2009: 11), die unter dem Oberbegriff «Phraseologismus» (auch «Phrasem») subsumiert werden (Burger 2010: 35ff.). 3 L2 steht hier für Fremdsprache. 4 Einen sehr guten und aktuellen Überblick bietet Hallsteinsdóttir (2011).