1 1 Zitat einer visuellen Adressierung der Spielekritikerin Anita Sarkeesian. Sarkeesian stellte jene Adressierungen unter dem Aspekt „)mage Based (arassment and Visual Misogyny“ auf der (omepage FEMINIST FREQUENCY aus. (https:/feministfrequency.com/20 12/07/01/image-based-harassment-and-visual-misogyny/(10.06.2015). Beitragsvorschlag zur Tagung Medialität Multimodalität Materialität: Konzepte für eine Medien- und Bildtheorie der Technosphäre“, 4.-6. Mai 2017, Kiel Jennifer Eickelmann Das Bild als Drohung. Zur Materialität mediatisierter Missachtung im Netz ‚(ate SpeechǮ – oder weniger normativ besetzt: mediatisierte MissachtungǮ im Netz gehört längst zum Alltag der Technosphäre. Für das Phänomen mediatisierte Missachtung, verstanden als poten- ziell gewaltförmige Praxis multimedialer wie multimodaler Herabsetzung, ist die Medialität des Internet konstitutiv: Als ziffernbasiertes Codiersystem (Haber 2010: 121) bilden Daten die Grundlage der Digitalität. Daraus ergibt sich, dass im Kontext digitaler Technologien unter- schiedlichste Modi der Anrede und somit der performativen Herstellung von Subjektivität in Form unterschiedlicher Medienapplikationen nebeneinander existieren. (Bewegte) Bilder gera- ten damit als digitale und multimodale Zeichensysteme in den Blick. Im Kontext mediatisierter Missachtung entfalten sich Bilder nicht selten als Drohung. Die Drohung der Bilder als Aspekt multimodaler Herabsetzung zeichnet sich durch die Besonderheit aus, dass sie antizipierte oder auch imaginierte künftige Ereignisse konstituieren, die unmittelbar an die Realität der Adres- sierten geknüpft ist. Image Boards wie 4CHAN, die gemeinhin als Dreh- und Angelpunkt einer „Toxic Technoculture“ ȋMassanari ʹͲͳ5: ͳȌ diskursiviert werden, markieren daher die Notwen- digkeit einer Beschäftigung mit Bildern, welche ihr Werden von ihren Effekten her denkt. Theoretisch ist der geplante Beitrag an der gemeinsamen Relektüre der Arbeiten von Judith But- ler und Karen Barad orientiert. Judith Butlers Ausführungen zur performativen Herstellung ver- geschlechtlichter Subjektivitäten sowie ihrer performativitätstheoretischen Diskussion verlet- zender Rede werden genutzt, um die Konstitution und Effektivität des ‚benennende Rufs´ (Butler 2006: 15Ȍ zu diskutieren. Die Anreicherung des Butlerǯschen Ansatzes durch die Arbeiten von Karen Barad erlaubt es, ein Begriffsinstrumentarium nutzen zu können, welches Medientechnologie als produktive Apparatur sowie die Materialität derselbigen berücksichtigt (Barad 1998: 98). (Be- wegte) Bilder können somit als medientechnologisch bedingter Modus der Anrede begriffen werden. Mit Butler und Barad davon ausgehend, dass die Überwindung der Dualismen Virtuali- tät und Realität bzw. Textualität und Materialität produktiv zu sein verspricht, geht der Vortrag folglich von einem Bildverständnis aus, welches nicht ‚lediglichǮ die Narration der Bilder in An- schlag bringt, sondern das konstitutive Verhältnis von Narrativen und Materialitäten. Methodisch folgt der geplante Beitrag einem diffraktiven Design in Anlehnung an die Arbeiten von Donna Haraway (Haraway 1992; Deuber-Mankowsky 2011). Die Methode der Diffraktion strebt erstens das Durch-einander-hindurch-lesen unterschiedlicher theoretischer Annahmen an. Zweitens hat sie zum Ziel, analytische Sphären wie Theorie/Empirie, Virtualität/Realität