Neues Licht für Städte
und Kommunen
Wie LED-Technologie die Straßenbeleuchtung
reformieren könnte
Hoher Energieverbrauch, Lichtver-
schmutzung und Milliarden getöteter In-
sekten pro Jahr: Deutschlands Straßen-
beleuchtung ist reformbedürftig. Die LED
als alternatives Leuchtmittel könnte Ab-
hilfe schaffen, wenn das Licht intelligent
und sparsam eingesetzt wird. Die beiden
Unternehmen AUTEV AG und HarzOptics
GmbH haben in zweijähriger Entwick-
lungszeit eine LED-Straßenlampe – die
AuLED – entworfen und getestet, mit der
sich eine Vielzahl der theoretischen Vortei-
le von LED-Beleuchtung bereits realisieren
lassen. Der Artikel liefert einen Überblick
der mit der öffentlichen Straßenbeleuch-
tung verbundenen Probleme und stellt
kurz Design, Funktionsweise und beson-
dere Merkmale der AuLED vor.
LEDs verändern die Welt des Lichts
Die LED-Technologie hat seit ihren Anfän-
gen in den 60er Jahren rasante Fortschritte
gemacht. LEDs sind kompakt, äußerst lang-
lebig und erzeugen Licht auf hochgradig
effiziente Weise. Längst zeichnet sich ab,
dass LEDs die Beleuchtungstechnik nach-
haltig verändern werden – und das mit
überaus positiven Resultaten. Laut Kim &
Schubert [1] könnte man bei einem schritt-
weise erfolgenden, weltweiten Austausch
herkömmlicher Lichtquellen mit LEDs im
Verlauf der nächsten zehn Jahre mit einer
Energieersparnis von etwa 1,9 x 10
20
Joule,
einer Verringerung der globalen CO
2
-Emis-
sionen um knapp 10,68 Gigatonnen sowie
finanziellen Einsparungen jenseits einer Tril-
lion US-Dollar rechnen.
Der Anreiz zum Umstieg auf LED-Techno-
logie ist daher enorm. Zudem prädestinieren
die physikalischen Eigenschaften der LED di-
ese geradezu für den Einsatz in etlichen Be-
reichen, in denen gegenwärtig noch andere
Leuchtmittel dominieren. Darunter fällt auch
die nächtliche Straßenbeleuchtung, für die
zurzeit primär Gasentladungslampen wie die
Natriumdampflampe und die (überalterte)
Quecksilberdampflampe eingesetzt werden.
Bei der Beleuchtung von Straßen, Parkanla-
gen, Fußgängerzonen oder Tunnels mit LEDs
lässt sich jedoch nicht nur viel Energie ein-
sparen, es eröffnen sich auch ganz neue
Möglichkeiten zur Bekämpfung eines viel-
fach unterschätzten Problems: der Lichtver-
schmutzung.
Straßenbeleuchtung und Ökologie
Energieverbrauch
der Straßenbeleuchtung
Wie eine Untersuchung des VDI aus dem Jahr
2007 zeigt [2], werden in Deutschland jedes
Jahr etwa 4.000.000.000 Kilowattstunden (4
Terawattstunden) an Energie allein für die öf-
fentliche Straßenbeleuchtung aufgewendet.
Unter Berücksichtigung des gegenwärtigen
Energiemixes entspricht dies etwa 2,5 Millio-
nen Tonnen des Treibhausgases CO
2
, dessen
zunehmender weltweiter Ausstoß als „Mo-
tor“ des anthropogenen Klimawandels gilt.
Europaweit werden jährlich sogar 35 Tera-
wattstunden für die Straßenbeleuchtung
verbraucht, was in etwa dem gesamten
Jahresbedarf von Berlin, Brandenburg und
Mecklenburg-Vorpommern gleichkommt.
Angesichts der ökologischen, wirtschaft-
lichen und politischen Herausforderungen,
die durch den Klimawandel sowie durch die
zunehmende Verknappung fossiler Roh-
stoffe entstehen, ist leicht ersichtlich, dass
TIM DAVID
Tim David verbrachte als
leitender Investment- und
Beteiligungsmanager im
Auftrag europäischer Un-
ternehmen mehrere Jahre in Asien, wo er
parallel ein Studium im Bereich des inter-
nationalen Managements an der Privaten
Fachhochschule Göttingen abschloss. Seit
2007 leitet er die Abteilung Beleuchtungs-
technik bei der Brandenburger AUTEV AG,
einem auf Umwelt- und Kommunikations-
technik spezialisierten Dienstleistungs-Un-
ternehmen.
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Christian Reinboth
Ulrich Fischer-Hirchert
Tim David
HarzOptics GmbH
Dornbergsweg 2
38855 Wernigerode
Tel.: +49 (0)3943 935615
Fax: +49 (0)3221 2364868
E-Mail: creinboth@harzoptics.de
Website: www.harzoptics.de
CHRISTIAN REINBOTH
Nach dem Abschluss ei-
nes Studiums der Wirt-
schaftsinformatik an der
Hochschule Harz betei-
ligte sich Christian Reinboth 2006 an der
Gründung der HarzOptics GmbH, wo er
für die Analyse der ökologischen Verträg-
lichkeit diverser Beleuchtungsprodukte
sowie für die Presse- und Öffentlichkeitsar-
beit verantwortlich ist.
ULRICH FISCHER-
HIRCHERT
Ulrich Fischer-Hirchert
verbrachte nach seinem
Studium der Physik und
der anschließenden Promotion an der FU
Berlin dreizehn Jahre am Heinrich-Hertz-
Institut, bevor er 2001 zum Professor für
Telekommunikationstechnik an der Hoch-
schule Harz berufen wurde. Dort gründete
er 2006 gemeinsam mit zwei Absolventen
das An-Institut HarzOptics GmbH.
DIE AUTOREN
FOKUS: LEDS IN DER ANWENDUNG
36 Optik & Photonik April 2009 Nr. 1 © 2009 Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim