Essen, 1. 11. 1991 Entomol. Z. Einfache Methoden zur Schallwahrnehmung bei Bläulings-Larven (Lepidoptera: Lycaenidae) KLAUS G. SCHURIAN & KONRAD FIEDLER Mit 3 Abbildungen Ab st ra c t: The sounds emitted by Iycaenid larvae or pupae can easily be made audible to the human ear using appropriate resonators. A tin with a grease- proof paper membrane fit in, or a polystyrol box with such a membrane, proved completely satisfactory for a rapid detection ofcaterpillar calls. More sophisticat- ed and sensitive tests employed a stethoscope, or a hearing aid coupled with an appropriate membrane. These simple equipments allow routine inspection of lar- vae under field or usual rearing conditions. A survey of two Lycaenini and eight Polyommatini species revealed that third and fourth instars of all of these are capable of sound production, whereas mature larvae of the European riodinid Hamearis lucina are not. Bei der Laborzucht von Lycaeniden kommt es gelegentlich vor, daß man feine Zirplaute der Puppen hören kann. Dieses Phänomen ist bereits seit langem bekannt (Prell 1913, Downey 1966, Hoegh-Guldberg 1972, Downey & Allyn 1973, 1978, Elfferich 1988), und wir sind heute über den Ort und die Art und Weise der Schallproduktion der Puppen recht gut informiert. Bereits Prell (1913) erkannte, daß das pupale Stridulations- organ in der Regel an der Grenze zwischen dem 5. und 6. Abdominalseg- ment liegt (vgl. Downey & Allyn 1973 für morphologische Details). Wie schallintensiv diese Laute sein können, kann man daran ermessen, daß bei einer Zucht von Satyrium w-album noch in einer Entfernung von etwa drei Metern deutliche Laute wahrnehmbar waren; doch gibt es bei den einzelnen Lycaeniden-Genera große Unterschiede in der Lautstärke, so daß man beispielsweise Polyommatus-(Lysandra)-Puppen in der Regel nur "stridulieren" hört, wenn sie sich in einem Schalltrichter (zum Bei- spiel einer Plastikarena bei Versuchen mit Ameisen) befinden wenn man sie in einem Zuchtglas nahe an das Ohr hält. Kürzlich wurde nun herausgefunden, daß sogar Lycaeniden-Larven zur Schallproduktion befähigt sind (DeVries 1988, 1990). DeVries unter- 393