Rezen s i onen 393 Diese lassen sich freilich aktualisieren, ergänzen, differenzieren und präzisieren, und fiir diesen zweck stellt Kcupps Buch umfangreiches, gut aufbereitetes und passgenaues Material zur Verftigung. KEupp hat seiner Habilitationsschrift noch rasch ein schmales Bändchen mit dem Titel "Mode im Mittelalter" hinterhergeschickt, eine Art Reader's Digesl für den interessierten Laien. Es bietet eine Auswahl der schönsten Geschichten der ohnehin zum Anekdotischen neigenden Habilitationsschrift. nun aber ohne den 'lästigen'Ballast an Fachjargon und Fußnotenapparat. Die erste Geschichte, die Keupp zum Besten gibt - sie handelt davon, wie Karl der Große einmal seine modisch gekleideten Höflinge blamierte -. entlehnt er samt Kapitelüberschrift der Monographie des Rezensenten, die aber im Literatur- verzeichnis fehlt (Knuee, S. I I - l3: "Der Kaiser im Schafspelz", vgl. Kness, S. 3-6: "Der Kaiser im Schafspelz"). Prof. Dr. Andreas Kraß, Coethe-Universität Frankfurt am Main, lnstitut für Deutsche Literatur und ihre Didaktik, Grüneburgplatz l, D-60629 Frankfurt a.M. E-Mai I : a.krass@l ingua.uni-frankfurt.de AnNur-n Knnuse , Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage, Stuttgart 2010. Verlag Philipp Reclam jun., 343 S. mit Abb., ISBN 978-3-15- 010778-2, EUR 29,95 Nachdem sich mit dem 'Lexikon der germanischen Mythologie'von Ruoolr Snrer, das inzwischen in der dritten Auflage vorliegt,l ein hervorragendes Nachschlagewerk für Studium und Forschung etabliert hat, tritt nun Anr.rulr Knnuse mit einem Lexikon an, das neben der Mythologie auch die Heldensage abdecken soll. Kneusp, der durch seine Übersetzungen der'snorra-'und 'Lieder-Edda'2 - ähnlich wie SrvEx mit seinen beiden Lexika3 und Bänden in der Beck'schen Reihea - zum Alltag jedes Altskandinavistik- Studenten gehört, provoziert mit seinem ambitionsreichen Buch einen Vergleich. Dass bei dem Versuch, beide Komplexe in einem einzigen Lexikon zu vereinen, Einschränkungen bezüglich der Wahl der Lemmata in Kauf zu nehmen sind, versteht sich eo ipso. Srvexs 'Lexikon der germanischen Mythologie' umfasst etwa I 800 Artikel. Das neue Lexikon von Anuulr Kneuse verteilt rund 1900 Lemmata auf Mythologie u n d Heldensage. Was die Mythologie anbelangt, so kann Kneusc zahlreiche Artikel einsparen, indem er etwa die Odinsnamen unter dem Lemma 'Odin'versammelt, während Swer Hjälmbe- ri, Gautr, Langbarör usw. in eigenständigen Artikeln abhandelt. Ahnliches gilt ftir die Ruoolr Stuer, Lexikon der germanischen Mythologie (Kröners Taschenausgabe 368), Stuttgart tzoo6. AnNulp Knnusg, Die Götter- und Heldenlieder der Alteren Edda. Übersetzt, kommentiert und hg. von A. K. (Reclam Bibliothek), Stuttgart z20ll; AnNuLF KRAUsE, Die Edda des Snorri Sturluson. Ausgewählt, übersetzt und kommentiert von A. K. (Reclams Universal-Bibliothek 782\, Stuttgart 22005. Neben dem Lexikon der germanischen Mythologie ist erschienen: Ruooln Srn,rex und HTnMANN PÄrssoN, Lexikon der altnordischen Literatur (Kröners Taschenausgabe 490), Stuttgaft22007 . Etwa: Ruo<lr-p Srrrrer, Die Edda (C. H. Beck Wissen), München 2007. Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur (ZfdA) Band l4l . Heft 3.2012 * @ S. Hirzel Verlag, Stuttgart