ANAL YSEN AN KELTISCHEM GLAS AUS THÜRINGEN OLIVER MECKING Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie A rchäometrielabor Humboldtstraße 11 99423 Weimar meckingo@tlda. thueringen. de Seit mehreren Jahren wird versucht durch naturwissenschaftliche Analysen weitere archäologische Aussagen über das keltische Glas zu treffen. So liegen inzwischen aus Manchingen (Gebhardt 1989), Süddeutschland (Burkhart 2006), Österreich (Karwowski 2004) und Böhmen (Frana et al. 1994) umfangreiche Analysenserien vor. Diese Messungen erfolgten entweder mit der NAA oder mit RFA. Die Analyse mit der NAA bestimmen nur einige Hauptkomponenten. Die Messungen mir der RFA an der Oberfläche ist aufgrund der Korrosion kritisch zu betrachten. So bleiben bis jetzt Aussagen über die Entwicklung der Glasrezeptur mangelhaft im Vergleich mit der Entwicklung der farbgebenden Komponenten. Deswegen wurden die thüringischen Gläser nicht in der Korrosionsschicht vermessen. Um dies sicher zu stellen, wurde an einer nicht sichtbaren Stelle eine Bohrung von einem Durchmesser von kleiner als 1 mm angebracht. Nach Reinigung dieser Stelle wurde diese mit einer Jl- RFA vermessen (Eagle III mit einem Spotdurchmesser von 300Jlm). Zusätzlich wurden von einigen Stücken durch bohren Probenmaterial entnommen. Dieses wurde mit einer Mischung aus HF IHN0 3 /HCI0 4 bei 240°C in der Mikrowelle aufgeschlossen. Danach wurde die Lösung nach Abrauchen an der ICP-MS auf ihre Spurenelemente untersucht. Bei den Untersuchungen standen zwei Fragen im Vordergrund. Zum einem, gibt es Unterschiede bei den Glasfunde aus dem Randbereich der Keltike zu den anderen Regionen. Dahinter steht die Frage in welcher Beziehung die einzelnen Regionen zueinander stehen. Die andere Frage ist, wie sich die Hauptkomponenten des keltischen Glases entwickelt haben. Die meisten untersuchten Proben stammen aus der Stufe LaTene C2. In den Stufen LaTene Cia und Cl b liegen nur wenige Funde aus Thüringen vor. Gleiches gilt für die Stufe DI (Seidel 2005). Hauptsächlich wurden blaue Gläser untersucht. Um die oben genannten Fragen zu klären sollen möglichst alle vorliegenden Funde aus Thüringen naturwissenschaftlich untersucht werden. Bis jetzt konnte ca. hundert von ca. 400 möglichen Proben analysiert werden. Das Glas setzt sich aus vier Bestandteilen zusammen. Zuerst ist der Sand und das Flussmittel zu nennen (hier Soda). Zur Stabilisierung des Glases wurde Kalk zugegeben, der auch aus dem Sand oder Flussmittel stammen kann. Als letzte Komponente sind färbenden Komponenten zu nennen. Fast alle Komponenten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Die Siliziumdioxidgehalte liegen in der Stufe CIa im Mittel bei 69,88 Prozent und nehmen leicht zur Stufe Clb hin zu (70,81 Prozent). In der Stufe C2 fällt der Wert auf 69,99 Prozent Si0 2 ab. Diese Tendenz der sinkenden Si0 2 -Gehalte setzt sich in