DIE ROTE PYRAMIDE DES SNOFRU IN DAHSCHUR – BEMERKUNGEN ZUR KERAMIK HEIDI KÖPP (Göttingen) Die Grabung des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo an der Roten Pyramide des Snofru in Dahschur begann 1980 unter der Leitung von Rainer Stadelmann. 1 Die zur Roten Pyramide gehörige Nekropole, das sog. Lepsius-Mastabafeld, liegt in beträchtlichem Abstand zur Pyramide in Dahschur-Mitte. 2 Mit seiner schachbrettartigen Anordnung bildet es den direkten Vorläufer des Ost- bzw. Westfriedhofes in Giza. 3 Im unmittelbaren Zusammenhang mit der Pyramide sind verschiedene Fundstätten für Keramik belegt. So wurde Keramik an der Nordostecke in einem Abfallhaufen an einem Ziegelgebäude und im Inneren der Pyramide selbst gefunden. Das Material aus der Nordostecke wurde bereits von D. Faltings vorgelegt. 4 Es datiert zeitgleich mit dem des Pyramidentempels. 5 In der Pyramide selbst befand sich nur neuzeitliche Keramik. 6 Eine Werkstatt mit vier Keramikbrennöfen, das sog. Arbeitshaus, ist südöstlich der Pyramide zu lokalisieren. 7 Eine Arbeitersiedlung liegt südlich der Pyramide in einem Wadi. Bei der dort an der Oberfläche zutage getretenen, stark windgeschliffenen Keramik handelt es sich hauptsächlich um Medumware. 8 Die von mir bearbeitete Keramik stammt aus dem Pyramidentempel der Roten Pyramide, den nördlich davon gelegenen Baumgruben sowie aus der Südwest-Ecke der Pyramide. 9 1 Zur Forschungsgeschichte Dahschurs siehe ALEXANIAN and SEIDLMAYER 2000, S. 283-304. 2 Vermutlich erfolgte die Anordnung der Gräber strikt nach Geburt und Rang, siehe STADELMANN 2000, S. 533. Zu diesen Mastabagräbern siehe STADELMANN et al. 1993, passim; ALEXANIAN 1995, S. 1-18; ALEXA- NIAN 1999, passim. Zum Verhältnis von sozialem Rang und Distanz siehe ALEXANIAN and SEIDLMAYER 2000, S. 293. 3 ALEXANIAN and SEIDLMAYER 2000, S. 293. 4 FALTINGS 1989, S. 142, Abb. 7-8. 5 FALTINGS 1989, S. 135, 154. 6 FALTINGS 1989, S. 135. 7 FALTINGS 1989, S. 135, 142-153, Abb. 9-13. 8 FALTINGS 1989, S. 133. 9 Ich übernahm die Bearbeitung der Keramik 1993 von D. Faltings. Die Grabungsarbeiten in diesen Arealen waren zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. B. Böhm, A. el-Senusi, L. Hadidi, E. Mählitz und C. Näser sei für ihre Mitarbeit an der zeichnerischen Dokumentation des Materials herzlich gedankt. STUDIES ON OLD KINGDOM POTTERY T.I. Rzeuska, A. WodziĔska (eds.) Warsaw 2009