Verantwortung für die Region? Das Beispiel der Seilbahnunternehmen in Tirol vor dem Hintergrund einer Corporate Regional Responsibility Verena Schröder 1 Seilbahn Macht Region – Hintergrund der Untersuchung Als Leitunternehmen in vielen Tälern Tirols sind Seilbahnbetriebe ein zentraler Bestim- mungsfaktor der touristischen und somit auch der regionalen Entwicklung. Zurückfüh- rend auf ihre lange Tradition verfügen sie in ihrem regionalen Umfeld über eine starke sozioökonomische und -kulturelle Einbettung. Ihre Investitionen in den Ausbau von Auf- stiegshilfen und die steigende Nachfrage danach, insbesondere in den 1970er- bis 1990er- Jahren, waren die zentralen Anlässe dafür, dass sich eine Vielzahl von Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben, aber auch Strukturen des Gewerbes und Handwerks, des Ein- zelhandels und anderer Dienstleister in den ländlichen Räumen des Landes ansiedelten. Wenn auch die Seilbahnen von ihren Nebenbranchen profitieren, sind doch letztere um ein Vielfaches mehr an den Erfolg der Seilbahnbetriebe gebunden (siehe Abb. 1). Diese Vormachtstellung eines einzelnen Unternehmenszweigs über mehrere Jahrzehnte hinweg, zieht gewisse Folgen nach sich: So verfügen die Bergbahnen heute über ein hohes Maß an Macht, die sowohl in ihrem Auftreten als Meinungsbildner, in der Gestaltung und Steue- rung der Regionen als auch im Austausch mit den Gemeinde- und Landesvertretern zum Ausdruck kommt. Vor diesem Hintergrund und dem unmittelbaren Zusammenhang zwischen Macht und Verantwortung stellen Seilbahnunternehmen wichtige Verantwortungsträger dar, die in den letzten Jahren angesichts der Diskussionen um die regionalen Auswirkungen des Klimawandels, angesichts stagnierender und teils rückläufiger Nachfragezahlen im Ski- V. Schröder () Arbeitsgruppe für Humangeographie, KU Eichstätt-Ingolstadt Ostenstraße 18, 85072 Eichstätt, Deutschland E-Mail: vschroeder@ku.de 467 © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017 D. Lund-Durlacher et al. (Hrsg.), CSR und Tourismus, Management-Reihe Corporate Social Responsibility, DOI 10.1007/978-3-662-53748-0_31 vschroeder@ku.de