Islamische Frmmigkeit in griechischer Sprache: Ein griechisches Gedicht in arabischer Schrift auf die Geburt des Propheten Muhammad Georgios Salakidis 1 Einleitung In Necla Pekolcays Edition des Mevlid des Süleyman ˙elebi fand ich vor einigen Jahren den Hinweis auf eine griechische bersetzung des Gedichtes, die in der nkılap-Bibliothek zu Istanbul (spter auf Taksim Belediye Kütüphanesi und dann auf Atatürk Kütüphanesi umbenannt), in der Abteilung Muallim Cevdet Yazmaları unter der Nummer K. 212 aufbewahrt wird (siehe Pekolcay 1980 (2005 3 ):33) 1 . Wie ich feststellen konnte, handelt es sich bei dieser Handschrift um fast denselben Text, welchen vor einigen Jahren Pavlos Chidiroglou publiziert hatte*. Der griechische Turkologe war damals der Meinung, dass dieser Text nicht vorbildlich (o) für den kretischen Dialekt sei, und transkribierte ihn deshalb nicht mit einem wissenschaftlichen System 2 . Das Ziel der hier vorgestellten Verffentlichung der griechischen bersetzung ist zweifach. Zunchst sollen sowohl der türkische als auch der griechische Text der (Sprach-)wissenschaft in systematischer Weise zugnglich gemacht und einige Probleme der Edition diskutiert werden. Zweitens werden die Methoden aufgezeigt, welche unser bersetzer whlt, um seinen Beitrag zum Katechismus griechisch- sprachiger Muslime zu leisten. Es ist nmlich davon auszugehen, dass in diesem Fall die bersetzung als Mittel sowohl zu religisen, als auch zu sprachlichen Unterweisungen benutzt wird. * Dieser Aufsatz ist seinem Andenken gewidmet. Er wurde im Jahre 2012 an die Reaktion abgegeben. An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei Brte Sagaster und Christiane Bulut für ihre sowohl inhaltlichen als auch sprachlichen Bemerkungen. 1 Dieses Büchlein mit der griechischen bersetzung des Mevlid enthlt ferner eine griechische bersetzung eines anderen populren Gedichtes, der berühmten Mantelode (Kaside-i Bürde). Dieses panegyrische Gedicht über Muhammad wurde von mam Busiri (13. Jh. ˜gypten) in arabischer Sprache verfasst, aus Anlass seiner Heilung von einer Lhmung, als in einem Traum der Prophet seinen Mantel über ihn ausbreitete. Das Gedicht verdankt also seine groe Beliebtheit dem Glauben der Menschen an seine therapeutische Kraft. 2 (1993: 189).