Paula Órdenes Die Funktion des anschauenden Verstandes in der Antinomie der teleologischen Urteilskraft Dieser Vortrag fragt nach der Funktion des anschauenden (intuitiven) Verstandes in der Auflösung der Antinomie der Urteilskraft. Im Verlauf dieses Vortrages werden wir uns gewisse, damit zusammenhängende Probleme bewusst machen und die Beziehung zwischen Mechanismus und Teleologie problematisieren. Dafür werden wir uns auf die Darlegung zweier bestimmter Fragen beschränken. Zuerst: Welche sind die Eigentümlichkeiten der reflektierenden Urteilskraft, die in ihrer Anwendung an der organisierten Natur zum Vorschein kommen und die eine Antinomie der Urteilskraft zwischen der mechanischen und der teleologischen Kausalität bewirken? Zweitens:Wie kann der intuitive Verstand zur Auflösung der Antinomie beitragen? Zum Schluss werden wir andeuten, dass der intuitive Ver- stand nur als heuristisches Postulat dem endlichen Subjekt dazu dient, über eine kohärente Fassung der Natur zu verfügen, in der die mechanische Kausalität unter der teleologischen Kausalität subsumiert werden kann. 1 Der eigentümliche Charakter der reflektierenden Urteilskraft Im Paragraphen 69 der Dialektik der teleologischen Urtheilskraftin der Kritik der Urteilskraft zeigt Kant auf, woraus eine Antinomie der Urteilskraft besteht. Um eine bessere Verständlichkeit der Antinomie zu erlangen, müssen wir uns zu- nächst den Unterschied zwischen der bestimmenden und der reflektierenden Urteilskraft ins Gedächtnis rufen. Diese Bezugnahme ist notwendig für die Klä- rung des Status der dritten Kritik im kantischen System, weil sie uns erlaubt, die Urteilskraft in der transzendentalen Philosophie zu positionieren.¹ Es ist die Aufgabe der Urteilskraft, das Besondere unter das Allgemeine zu subsumieren.² Als transzendentale Urteilskraft ist es das transzendentale Ver- Vgl. Kant: KU, AA 05: 177.04 12. Vgl. Kant: KrV, AA 03: 131.13 16. Paula Órdenes, Universität Heidelberg, p.ordenes.azua@gmail.com https://doi.org/10.1515/9783110467888-148 Bereitgestellt von | Johannes Gutenberg Universitaet Mainz Angemeldet Heruntergeladen am | 24.01.19 14:04