MKWI 2010 ERP-Software in der Lehre 1625 ERP-Systeme in der Lehre ein vergleichendes, hochschulübergreifendes Seminar mit mittelgroßen ERP-Systemen Axel Winkelmann 1 , Christian Leyh 2 , Norbert Frick 1 1 Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik, Professur für Betriebliche Anwendungssysteme, Universität Koblenz-Landau 2 Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Informationssysteme in Industrie und Handel, Technische Universität Dresden 1 Motivation Standardisierte Enterprise Resource Planning (ERP) - Systeme sind heutzutage in einem Großteil der Unternehmen im Einsatz. Zum Beispiel setzen über 92% aller deutschen Industrieunternehmen ERP-Systeme ein (Konradin 2009, S. 49). Auf- grund dieser starken Nachfrage existieren viele unterschiedliche ERP-Systeme mit unterschiedlichen Technologien und Philosophien, so dass der Markt vor allem im Bereich der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sehr stark fragmen- tiert ist (Winkelmann et al. 2007). Diese Vielzahl von Herstellern und Systemen erschwert es den Anwender-Unternehmen, die „richtige“ Software zu finden und für das von ihnen ausgewählte System entsprechende Fachkräfte an sich zu bin- den. Auch für zukünftige Investitionsentscheidungen bezüglich des Einsatzes, des Upgrades oder der Umstellung von ERP-Systemen ist es wichtig, über entspre- chendes Fachwissen und Kompetenzen im Unternehmen zu verfügen (Becker et al. 2007). Dies ist essentiell, da Fehler im Bereich der Auswahl, der Einführung oder des Betriebes von ERP-Systemen finanzielle Nachteile nach sich ziehen, die bis zu den Insolvenzen der betroffenen Unternehmen führen können. Beispiele derartiger Negativ-Szenarien lassen sich in der Literatur finden (Barker und Frolick 2003; Hsu et al. 2006). Um dem vorzubeugen, ergibt sich die Notwendigkeit für Hochschulen, ihren Studierenden und späteren Absolventen das geforderte Fach- wissen, insbesondere in informationssystembezogenen Studiengängen wie bei- spielsweise dem Studiengang Wirtschaftsinformatik, zu vermitteln (Venkatesh 2008, S. 141-142).