Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht
Kerstin Göbel, Qualität im interkulturellen Englischunterricht. Eine Videostudie. Münster: Waxmann (= Empirische Erzie-
hungswissenschaft, Bd. 8), 2005. ISBN 978-3-8309-1920-9. 224 Seiten. Rezensiert von Almut Küppers & Matthias Trautmann.
Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 13:2, 2008, 5 S.
Göbel, Kerstin, Qualität im interkulturellen Englischunterricht. Eine Videostudie. Münster:
Waxmann (= Empirische Erziehungswissenschaft, Bd. 8), 2005. ISBN 978-3-8309-1920-9. 224
Seiten, 29,90 Euro.
Rezensiert von Almut Küppers & Matthias Trautmann (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt a.M./
Deutschland)
Erschienen online: 1. Oktober 2008
© Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 2008
Interkulturelles Lernen oder Interkulturelle Erziehung stehen seit ungefähr zwei Jahrzehnten wieder ganz oben auf
der Agenda (nicht nur) der Fremdsprachendidaktik. Die englischdidaktische Diskussion in Deutschland bewegt sich
dabei bis heute überwiegend in programmatischen Bahnen: Es wird über Begrifflichkeiten (inter-, intra-, pluri-, mul-
ti-, transkulturell) gestritten, es werden normative Zielvorstellungen ausgetauscht (welche Kulturen sollen unterrich-
tet werden? mit welchem Ziel?) und es wird über den engen Zusammenhang von Sprache und Identität reflektiert.
Über die Erziehungswissenschaften und DaZ/DaF werden zunehmend nicht mehr nur auslandsorientierte, sondern
auch migrationsbezogene Überlegungen in eine mittlerweile kaum noch überschaubare und disziplinübergreifende
Diskussion eingebracht.
Im Gegensatz zur Theoriebildung, die mittlerweile weit ausdifferenziert ist, ist es um die unterrichtsdidaktische und
die empirische Ebene des interkulturellen Fremdsprachenunterrichts deutlich schlechter bestellt: Zwar wird das
Thema in keinem Lehrplan ausgelassen und gibt es zahllose verstreute ‚Vorschläge’ zu Einzelaspekten interkulturel-
len Unterrichtens, aber es existieren so gut wie keine Gesamtkonzepte und – vor allem – kaum empirische Studien,
die Prozesse oder Wirkungen interkulturellen Unterrichts untersuchen. Ebenso wenig wissen wir, wie Lehrkräfte
eigentlich mit diesem Thema umgehen, was sie wie unterrichten oder nicht unterrichten und welche Probleme sie
dabei sehen (als Ausnahmen vgl. die Fallstudien in Hu 2003 und Burwitz-Melzer 2003). In diese Lücke dringt nun
mit der DESI-Studie die Lehr-Lern-Forschung, die mit der neuerlichen empirischen Wende in Bildungspolitik und
Erziehungswissenschaften seit einigen Jahren einen erneuten Aufschwung erlebt. Diese Forschungsrichtung aus
dem Bereich der pädagogischen Psychologie befasst sich mit der „theoriegeleiteten Beschreibung, Erklärung und
Optimierung von Lehr-Lern-Prozessen“ (Terhart 2005) und hatte sich in Bezug auf den (fremd-) sprachlichen Lern-
bereich bisher auffällig zurückgehalten. Die weitaus meisten Studien der älteren und neueren Bildungsforschung
beziehen sich nämlich auf die Naturwissenschaften und Mathematik: Die Frage, was guten Englischunterricht aus-
zeichnet, wird empirisch dagegen erst seit kurzem systematisch bearbeitet.
Die hier zu rezensierende Dissertation von Kerstin Göbel, die als pädagogische Psychologin bei der DESI-
Untersuchung mitgearbeitet hat, setzt sich nun in dieser Linie zum Ziel, „die Qualität von Englischunterricht, der