NEUE HISTORISCHE LITERATUR / BUCHBESPRECHUNGEN MITTELALTER 187 gaten haben im 13.Jahrhundert ein System errichtet, um ihre Sendungen bezahlt zu bekommen (Pascal Montauban). Die Geldgier der Päpste wurde bereits im 13.Jahr- hundert scharf kritisiert (Thomas Wetzstein), wobei die Regionalgeschichte Einzel- heiten greifbarer macht. Der Kampf Karls von Anjou mit Manfred wurde von der Ku- rie finanziell durch Kredite und Bargeld gefördert (Matthias Thumser). Auf Grund der Dekretalen wird das Zinsverbot untersucht (Hans-Jörg Gilomen), und die Beziehun- gen Friedrichs II. zu den Päpsten werden von der finanziellen Seite aus erforscht (An- dreas Büttner), und dabei zeigt sich, dass beide Seiten versucht haben, sich gegensei- tig die Finanzmittel zu entziehen. Die römischen Kaufleute haben als erste Bankiers der Päpste die Finanzgeschäfte bis zur Mitte des 13.Jahrhunderts dominiert (Marco Vendittelli). Die abschließende Zusammenfassung des Bandes durch Jürgen Dendorfer resü- miert die Ergebnisse des Bandes für die Forschung. Die Beiträge zeigen, dass die Geld- wirtschaft des Mittelalters durch das Papsttum und die Kurie einen großen Auf- schwung erlebt hat. Theresa Jäckh / Mona Kirsch (Eds.), Urban Dynamics and Transcultural Commu- nication in Medieval Sicily. (Mittelmeerstudien, Bd. 17.) Paderborn, Fink 2017. 326 S., 19 s/w-Abb., 6 farb. Abb., € 158,–. // doi 10.1515/hzhz-2019-1305 Andreas Obenaus, Wien Das mittelalterliche Sizilien bietet wie kaum eine andere Region Europas ein reiches Forschungsfeld im Hinblick auf das Thema der Transkulturalität, das im Bereich der Mediävistik in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und in zahlrei- chen Publikationen seinen Niederschlag gefunden hat. In diese Kerbe schlägt nun auch der Sammelband „Urban Dynamics and Transcultural Communication in Me- dieval Sicily“, der das Ergebnis einer internationalen Konferenz gleichen Namens aus dem Jahr 2015 darstellt, die an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidel- berg abgehalten und vom Exzellenzcluster „Asien und Europa im globalen Kontext“ sowie der Nachwuchsforschergruppe „Schutzgewähr in Phasen religiöser und poli- tischer Expansion“ der Universität Heidelberg veranstaltet und finanziert wurde. Die beiden Organisatorinnen dieser Konferenz, Theresa Jäckh und Mona Kirsch, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in der genannten Nachwuchsforschergruppe beziehungsweise am Exzellenzcluster, übernahmen ebenso die Herausgeberschaft