Balkan Eğitim Araştırmaları 2017 / Balkan Educational Studies 2017 264 Harun GÖÇERLER 87 , Oktay ATİK 88 , Meryem DEMİR 89 DIE FÖRDERUNG DER LESEGEWOHNHEITEN MITTELS NEUER MEDIEN IM DEUTSCHUNTERRICHT FÜR DAS LESEVERSTEHEN Einleitung Fortschreitende Technologie, vor allem Kommunikationstechnologien, hat die alten Kommunikationsgewohnheiten nicht beeinträchtigt, sondern ihnen vieles beigetragen und die traditionelle Konversion in der modernen sozialen Kommunikation beschleunigt (vgl. Bal, 2014: 95). Im Laufe der Zeit haben sich Kommunikations- und Medientools ineinander integriert. Dadurch ist ein neuer Begriff sog. „neue Medien“ von Rede, der die Prozeduren des Kommunizierens beinhaltet, die durch computerartige Technologien ausgeführt werden können und auch die kommunikationsspezifischen Strukturen enthalten (vgl. Bal, 2014: 96). In diesem Kontext haben Mobiltelefone, die am Anfang der geschichtlichen Entwicklung der Medien die einzigen mobilen Kommunikationsgeräte waren, durch Farbbildschirme und integrierte Kameras Benutzer in Kameramänner und Fotografen verwandelt, wodurch Mobiltelefone auch zu persönlichen Kommunikationsinstrumenten gezählt werden müssen (vgl. Altunay, 2012: 38). Der mobile Internet -Zugang mit der 3G-Technologie hat auch einen hohen Datenaustausch zwischen Nutzern ermöglicht. Diese Entwicklungen, die durch die genannten Kommunikationstechnologien entstehen, zeigen neue Formen sowohl in Kommunikationsinstrumenten als auch in unserem Leben auf (vgl. Bal, 2014: 127). Die Tatsache, dass sich die Technologie rapide entwickelt und die aufkommenden Innovationen ihren Platz im gesellschaftlichen Leben einnehmen, unterstreicht auch die Bedeutung des Begriffs „Geschwindigkeit“ (vgl. Babacan, 2015: 56). Im Hinblick darauf kann gesagt werden, dass junge Menschen, die sowohl Zielgruppe als auch Pioniere der neuen Technologien sind, im Mittelpunkt dieses Begriffes stehen d.h. schnelles Produzieren und Konsumieren wichtige Bestandteile davon sind. Die neuen Medien, die wir insbesondere seit Anfang der 2000er Jahre immer mehr in unserem Alltag zu benutzen begonnen haben, haben unentbehrliche Auswirkungen auch im Leben von Jugendlichen und in Jugendkulturen wie in allen Bereichen des Lebens eingenommen (vgl. Goggin, 2013: 85). Die bedeutenden Fortschritte, die in diesem Prozess gemacht wurden, haben soziale und technologische Möglichkeiten für Jugendliche und Jugendkulturen geschaffen (vgl. Friedrichs & Sander, 2010: 8). Die infolge der technologischen Entwicklungen entstandenen Änderungen und neue Anwendungsgewohnheiten von technologischen Geräten haben sich in den Freizeitaktivitäten, in der Schule, in den neuen Lernformen etc., aber besonders in den Lesegewohnheiten von Jugendlichen gezeigt, die wahrscheinlich bedeutendster und notwendigster Punkt für eine gute Ausbildungslaufbahn ist. Infolgedessen ist der hochauflösende, große und farbige Bi ldschirm, der von der heutigen Technologie den Nutzern präsentiert wird, nicht nur ein technologischer Fortschritt, sondern führt auch zu Veränderungen in der Art und Weise, wie Jugendliche lesen. So entsteht eine Generation, die vom Bildschirm liest, anstatt einer Generation, die aus Gedrucktem bzw. Papier liest (vgl. Jie & Ruiqi, 2015: 989). Die Jugendlichen dieser Generation, die auf einer vertikalen Ebene lesen, anstatt auf einer horizontalen Ebene zu lesen, werden in der heutigen Terminologie als "screenage" bezeichnet (vgl. Asutay et al., 2016: 32). In diesem Zusammenhang kann gesagt werden, dass neue Medien nicht nur als eine technologische Entwicklung angenommen werden können, sondern auch als ein soziologisches Phänomen, das schwerwiegende Konsequenzen aufweist: Diese Kinds sind anders. Sie lernen, arbeiten, schreiben und kommunizieren anders miteinander, anders als Sie es in Ihrer Kindheit getan haben. Sie lesen eher Blogs als Zeitung und lernen sich oftmals zuerst online kennen, ehe sie sich persönlich begegnen. Höchstwahrscheinlich wissen sie gar nicht, wie der Leseausweis einer Bibliothek aussieht, geschweige denn, dass sie selbst einen hätten. Und falls doch, haben sie ihn vermutlich noch nie benutzt. Ihre Musik beziehen sie online kostenlos und illegal –, statt sie im Musikgeschäft zu kaufen. Sie verschicken lieber 87 Lect., Namık Kemal Universität, Fakultät für Natur - und Literaturwissenschaft, Institut für deutsche Sprache und Literatur, hgocerler@nku.edu.tr 88 Phd. Cand., Namık Kemal Universität, Fakultät für Natur - und Literaturwissenschaft, Institut für deutsche Sprache und Literatur, oatik@nku.edu.tr 89 ForeignLect., Namık Kemal Universität, Fakultät für Natur - und Literaturwissenschaft, Institut für deutsche Sprache und Literatur, mdemir@nku.edu.tr