https://doi.org/10.1515/9783110697353-007 Elmar Schafroth Überlegungen zu Funktionsverbgefügen aus sprachvergleichender Sicht Ziel dieses Beitrags ist es, anhand einiger Fälle ‚interlingualer‘ Funktionsverbge- füge (FVG) im Deutschen, Englischen, Spanischen, Französischen und Italieni- schen zu zeigen, dass eine sprachübergreifende Behandlung von FVG für Didak- tik und Linguistik gleichermaßen von Vorteil sein kann. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage nach dem phraseologischen Status von Funktionsverbgefügen mit Blick auf ihre Verortung zwischen Syntax und Lexi- kon aufgeworfen und unter anderem mit Hilfe konstruktionsgrammatischer An- sätze diskutiert werden. Die Antwort auf diese Frage ist für die sprachverglei- chende Perspektive von nicht unerheblichem Interesse. Unter ‚interlingualen‘ Funktionsverbgefügen werden im Folgenden Funkti- onsverbgefüge verstanden, die aufgrund lexikalischer und syntaktischer Analo- gien eine Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Sprachen ermöglichen. Ge- meint sind Fälle wie in Betracht ziehen, die sowohl hinsichtlich ihrer syntaktischen Struktur (Präp + Substantiv + Verb bzw. in den anderen Sprachen Verb + Präp + Substantiv) als auch ihrer lexikalischen Substanz (mindestens) des Substantivs (und im Idealfall auch des Verbs) auch in anderen Sprachen in einer analogen Bedeutung existieren: engl. to take into consideration, sp. tomar en consideración, it. prendere in considerazione und frz. prendre en considération. 1 Funktionsverbgefüge und light verb constructions als Forschungsgegenstand Funktionsverbgefüge und light verb constructions (LVC) werden hier zunächst als ein Objektbereich zusammengefasst und erst im Laufe der darauf folgenden Aus- führungen differenziert. Auch die Fachliteratur nimmt diese Unterscheidung ent- weder nicht oder jeweils anders vor 1 . Was die Dimension ihrer Erforschung be- trifft, so lässt sich feststellen, dass Funktionsverbgefüge (vgl. von Polenz 1963, || 1 Vgl. das pessimistische Urteil Van Pottelberges (2001: 6), das in dessen Annahme gipfelt, dass „die verbonominalen Konstruktionen, die bisher in der Forschung untersucht wurden (wie auch immer ihre Bezeichnung lautet), gar keine besondere Klasse darstellen und daß die unterschied- lichen Begriffe nur Verwirrung stiften“.