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Funktionen und Folgen von
Transparenz: Zum Fall Open Science
Martina Franzen
Zusammenfassung
Der Ruf nach mehr Transparenz ist gegenwärtig in kaum einem Bereich lau-
ter als in der Wissenschaft. Die Forderung nach Transparenz ist in diesem Fall
besonders überraschend, als dass Wissenschaft im Unterschied beispielsweise
zur Politik durch ihr institutionalisiertes Veröffentlichungsgebot immer schon
an der Norm der Transparenz orientiert war. Im Programm von Open Science
geht es jedoch um mehr als um die freie Zirkulation von Wissen durch Open
Access. Die analytische Betrachtung dreier Fälle von Open Science (Nano-Pu-
blikation, Open Data, Open Reviews) offenbart, dass Transparenzpraktiken
wissenschaftliche Handlungsweisen derart sichtbar machen, dass sie durch
Maschinen auslesbar werden. Die Transparenznorm befördert somit, so die
These, die Automatisierung wissenschaftlichen Handelns. Diese mit der Trans-
parenzwerdung einhergehenden Dynamiken sollen im vorliegenden Beitrag
aus gesellschaftstheoretischer Warte näher bestimmt werden.
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
V. August und F. Osrecki (Hrsg.), Der Transparenz-Imperativ,
https://doi.org/10.1007/978-3-658-22294-9_11
M. Franzen (*)
Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Essen, Deutschland
E-Mail: martina.franzen@kwi-nrw.de