„Landscape Architecture” erst Mitte des . Jahrhunderts in Erscheinung, und um 00 wurde an der Harvard University der erste akademische Ausbildungsgang für Landschaftsar- chitektur in den USA gegründet. Bis derartige wissenschaft- liche Studiengänge in Deutschland entstanden, vergingen weitere vier bis fünf Jahrzehnte. Zwar wurde bereits in der 82 gegründeten „Königlich Gärtnerischen Lehranstalt Wildpark” bei Potsdam systematischer gartenkünstlerischer Unterricht erteilt, und Peter Joseph Lenné setzte sich für die Schaffung von „Gartenacademien” ein, doch das Hauptau- genmerk galt vordringlich dem produzierenden Gartenbau und der schönen Gartenkunst. Erst die Folgen der zwei- ten Industrialisierungsphase, das Stadtwachstum und die zunehmende Ausbeutung der Landschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts weckten allmählich das Bewusstsein für ein wissenschaftlich fundiertes Fachgebiet, das sich jenseits enger Gartengrenzen mit dem gesamten Stadt- und Land- schaftsraum zu befassen hatte. Begriffsvielfalt und Unschärfe Gartenarchitektur, Landespflege, Landschaftsgestaltung, Grünplanung, Landschaftsplanung oder Freiraumplanung waren und sind teilweise bis heute noch die Begriffe, mit denen man versuchte, das neue, erweiterte Aufgabenfeld Zwischen Wahrheiten von Kunst und Wissenschaft „There are two kinds of truth: the truth that lights the way and the truth that warms the heart. The first of these is science, and the second is art. Neither is independent of the other or more important than the other. (…) The truth of art keeps science from becoming inhuman an the truth of science keeps art from becoming ridiculous.” Was Raymond Chandler Mitte der siebziger Jahre als ideale Balance zwischen Wissenschaft und Kunst charakterisierte, führt für die Landschaftsarchitektur, die sich als ästhetisch- künstlerische Disziplin auf naturwissenschaftlich-technischer Grundlage definiert, regelmäßig zu Zerreißproben, je nach- dem, ob sie auf glühende Anhänger der so genannten freien Künste oder auf beharrliche Verfechter der so genannten har- ten Wissenschaften trifft. Während Erstere der Landschafts- architektur den Kunstcharakter vollkommen absprechen, konfrontieren Letztere vor allem den entwerfenden Bereich des Faches bevorzugt mit dem diskriminierenden Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit und Theorielosigkeit. Im Vergleich zur Architektur, deren Verwissenschaftlichung um das Jahr 6 mit der Gründung der Architekturakade- mien in Frankreich oder sogar noch früher einsetzt, sind die wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Landschaftsar- chitektur noch weitgehend unterentwickelt und orientieren sich stark an Kunst- und Architekturtheorie. Begrifflich trat UDO WEILACHER