TAGUNG „Strong Europe with a Human Touch“ – Erwartungen an die erste ungarische Ratspräsidentschaft Tamás Szigetvári, Gábor Túry und Krisztina Vida* Das Institut für Weltwirtschaft an der Ungari- schen Akademie der Wissenschaften hat zwi- schen Ende November und Mitte Dezember 2010, im Vorfeld der ungarischen Ratspräsi- dentschaft, drei internationale Konferenzen veranstaltet. Alle drei waren Teil eines Pro- jektes zur wissenschaftlichen Vorbereitung der Ratspräsidentschaft. Im Rahmen des Vor- habens wurden kontinuierlich Analysen durchgeführt und im Spätsommer eine Evalu- ierung der ungarischen Vorbereitungen im Rahmen einer internationalen Konferenz vor- genommen. Hauptthemen der Konferenzen waren der all- gemeine Stand der europäischen Integration mit Blick auf das Jahr 2011 und auf mittlere Sicht, die Erwartungen hinsichtlich der unga- rischen Ratspräsidentschaft und die – mehre- ren Veränderungen ausgesetzten – ungari- schen Prioritäten zu überprüfen. Der ungarische Vorsitz im Lichte der Erfah- rungen junger Mitgliedstaaten und der gegen- wärtigen Entwicklungen in der EU 1 Die erste Tagung hat Experten aus Nichtre- gierungsorganisationen der neuen mittel-ost- europäischen Mitgliedstaaten zusammenge- bracht. Die für Journalisten nicht zugängliche Konferenz, die im Institut für Weltwirtschaft, Budapest, veranstaltet wurde, widmete sich drei Kernbereichen. Erstens wurden die Er- fahrungen von zwei neuen Mitgliedstaaten (Slowenien und Tschechien) mit der Ratsprä- sidentschaft erörtert sowie die Vorbereitun- gen von Ungarn und Polen auf die aufeinan- derfolgenden Ratspräsidentschaften im Jahr 2011 vorgestellt. Im zweiten Block legten die Experten aus den einzelnen neuen Mitglied- staaten ihre Sicht und Überlegungen hinsicht- lich der zu erwartenden (und teilweise der ‚überraschenden‘) Entwicklungen in der Eu- ropäischen Union dar. Das dritte Thema um- fasste die eigenen Prioritäten und Erwartun- gen der neuen Mitgliedstaaten an die ungarische Ratspräsidentschaft. Petr Drulák fasste die wichtigsten Erfahrun- gen der slowenischen und der tschechischen Ratspräsidentschaft 2 zusammen. Er unter- strich die Bedeutung innenpolitischer Stabili- tät als Voraussetzung einer erfolgreichen Ratspräsidentschaft, verbunden mit effizien- ten Institutionen, zielgerichteter Kommunika- tion und einem echten Dialog mit der Zivilge- sellschaft. Darüber hinaus hänge der Erfolg auch davon ab, wie der vorsitzende Mitglied- staat mit den beiden großen und führenden Mächten, namentlich Deutschland und Frank- reich, zusammenarbeitet. Um die Prioritäten 1 1 Das Programm der Tagung ist abrufbar unter: http://archiv.zeitschrift-integration.de/Tagungsprogramme_1- 2011.pdf (letzter Zugriff: 16.02.2011). 2 Er stützte sich bei seinen Ausführungen auf den soeben erschienenen Band von Petr Drulák/Zlatko Šabiě (Hrsg.): The Czech and Slovenian EU presidencies in a comparative perspective, Dordrecht 2010. * Tamás Szigetvári, PhD, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Weltwirtschaft, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest. Gábor Túry, MSC, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Weltwirtschaft, Ungarische Akademie der Wis- senschaften, Budapest. Krisztina Vida, PhD, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Weltwirtschaft, Ungarische Akademie der Wissenschaften, Budapest. https://doi.org/10.5771/0720-5120-2011-1-85 Generiert durch IP '54.70.40.11', am 03.12.2018, 11:28:11. Das Erstellen und Weitergeben von Kopien dieses PDFs ist nicht zulässig.