1 Situated Organizational Mapping Florian Windhager | Lukas Zenk | Hanna Risku 1 Orientierung in Organisationen So allgegenwärtig Organisationen in der modernen Gesellschaft auch sind und so unverzichtbar sie zu Regelung und Erhalt aller Lebensbereiche auch sein mögen, so allgegenwärtig sind auch Phänomene der Intransparenz oder Unverständlichkeit dieser komplexen sozialen Systeme für externe Beob- achter und interne Mitglieder 1 . Dies gilt prinzipiell für größere Organisatio- nen in jeglichem Funktionsbereich, insbesondere aber für knowledge- intensive firms, d.h. Unternehmen in denen komplexe (immaterielle und unsichtbare) Wissensarbeit eine zentrale Rolle spielt. Als besonders wissensintensive Organisationen treten Universitäten in Erscheinung – und in ihrem Inneren damit charakteristische Formen der Unübersichtlichkeit und Desorientierung, die besonders für neu hinzukom- mende Mitglieder mitunter auch kritische Ausmaße annehmen können. Da zwei der Verfasser des vorliegenden Beitrags ihren ersten Eintritt in die uni- versitäre Black Box inklusive der mühevollen irrlichternden Aufhellungen noch in dunkler Erinnerung hatten, war die Strategie naheliegend, bei ihrem Übertritt in eine neue Universität die Suche nach organisationaler Orientie- rung mit methodisch professionelleren Restlichtverstärkern anzugehen. Im aktuellen Angebot organisationstheoretischer Optiken schien zu die- sem Zweck die Methode der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) mit ihren komplexen und dennoch kompakten Visualisierungsmöglichkeiten bestens geeignet und wurde in der Folge am neuen Arbeitsplatz in Anschlag ge- bracht. So wurde das Department für Wissens- und Kommunikationsmana- gement der Donau-Universität Krems mit 10 Fragen zu vorhandenen sozia- len Beziehungen und Strukturen durchleuchtet und das Resultat in Form von visuellen Netzwerken veranschaulicht (Abb. 1). 1 „Von der Wiege bis zur Bahre – das Leben des Menschen in der westlichen Welt ist zu einem großen Teil von Organisationen und ihren Eigengesetzlichkeiten bestimmt. […] In überraschendem Kontrast zur unvermeidbaren, alltäglichen Konfrontation mit Organisationen steht, dass wir als Durchschnittsbürger nur sehr wenig über die Logik ihres Funktionierens wissen.“ (Simon, 2007: 7)