Gesundheitsförderung und Schulentwicklung - GUT DRAUF in Schulentwicklungsprozessen der Sekundarstufe I. Dr. Steffen Schaal Juniorprofessor Biologie Institut für Naturwissenschaften und Technik, Abteilung Biologie 07141 140 331 schaal@ph-ludwigsburg.de Abstract/ Zusammenfassung 1. Einleitung Gesunde Kinder und Jugendliche bewältigen die Herausforderungen der Pubertät besser als solche mit gesundheitlichen Defiziten. Doch der Gesundheitsstatus deutscher Kinder und Jugendlicher ist zum Teil bedenklich, gerade Kinder aus benachteiligten Familien zeigen in hohem Maße ein defizitäres Gesundheitsverhalten: Das Ernährungs-, Bewegungs- und Freizeitverhalten vieler Jugendlicher gibt Anlass zur Sorge (vgl. SHELL Jugendstudie, Hurrelmann et al. 2006; KiGSS-Studie, Kurth 2007). So nimmt beispielsweise der Obst- und Gemüseverzehr vom Kindes- zum Jugendalter deutlich ab (Mensik 2007) und nur jeder vierte Junge und nur jedes sechste Mädchen im Alter von 11 – 17 Jahren erfüllt die aktuelle Empfehlung von täglicher körperlicher Aktivität (Lampert et al. 2007). Das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen wird von vielen Faktoren beeinflusst (Familie, peer-group, Medien,…), aber auch dem schulischen Umfeld kann ein gewisser Einfluss zugesprochen werden. Auf diese Anforderungen gilt es nun aus schulischer Sicht zu reagieren und Konzeptionen zur Gesundheitsbildung und Gesundheitsförderung zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. 2. Schulische Gesundheitsförderung Schulische Gesundheitsbildung und -förderung zielt auf die Entwicklung und Stärkung von Kompetenzen zu gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen ab. Diese Zielsetzung versucht man u.a. durch die Vermittlung von gesundheitsbezogenem Wissen, durch die Motivation zu gesundheitsförderlichem Verhalten und das Einüben von gesundheitsgerechtem Handeln zu erreichen (BZgA 2000, S, 16). Aktuelle Programme zur schulischen Gesundheitsförderung betonen die Notwendigkeit eines Ressourcen orientierten Ansatzes aus einer salutogenetischen Perspektive (vgl. Jerusalem 2005): Es gilt persönliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Aufbau von