1 | Prävention und Gesundheitsförderung X · 2012 Prävention/Gesundheitsförderung Hintergrund Ein zunehmendes Bewusstsein der Be- deutung von Prävention für die Bevölke- rung führt in allen Bundesländern zu ver- stärkten Aktivitäten. Projekte und Inter- ventionen verlaufen dabei jedoch noch häufig unkoordiniert. Landesübergrei- fende Strategien wie auch der im Jahr 2000 begonnene nationale Gesundheits- zieleprozess gesundheitsziele.de [2–4, 10] sollen dabei helfen, sowohl die Ziele der Prävention, als auch die Methoden und Verfahren in den jeweiligen Settings ab- zustimmen und aufeinander zu beziehen. In Mecklenburg-Vorpommern (M-V) wurde der „Landesaktionsplan zur Gesundheitsförderung und Präven- tion Mecklenburg-Vorpommern“ (LAP) unter Einbindung aller Ressorts der Lan- desregierung, der kommunalen Spitzen- verbände und vieler weiterer Partner und Akteure aus den Lebensbereichen Kinder- tagesförderung, Schule, Betrieb/Arbeits- welt und Kommune entwickelt und vom Ministerium für Soziales und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern (SM) im Juni 2008 veröffentlicht [8]. Er beinhaltet ge- meinsame Ziele und Handlungsschwer- punkte für die oben genannten Settings. Speziell für den kommunalen Bereich in M-V ist als Ausgangslage folgendes Spannungsfeld zwischen positiven Ent- wicklungen und Problemlagen zu berück- sichtigen. Beispiele für positive Entwicklungen in M-V [8]: 4 eine Verbesserung materieller Ein- flussfaktoren der Gesundheit (Wohn- situation, Gesundheitsversorgung, Umweltschutz, Infrastruktur), 4 eine Vielfalt von Betreuungs-, Frei- zeit- und Bildungsangeboten und Gesundheitsförderungskurse durch Volkshochschulen und Weiterbil- dungseinrichtungen, 4 Möglichkeiten der gesundheitsorien- tierten sportlichen Aktivität durch Angebote von Stadt-/Kreissportbün- den und Sportvereine (55 Vereine mit Qualitätssiegel „Sport pro Gesund- heit“), 4 Vielfältige Beratungsstellen mit Unterstützungsangeboten zu gesund- heitsbezogenen Aspekten (z. B. Sucht, Aids, Schwangerschaft, Soziales, Be- hinderung, Verschuldung/Insolvenz, Migration) sowie Selbsthilfekontakt- stellen und integrative Familienbera- tungsstellen, 4 Maßnahmen von Gesundheitsvor- sorge/-schutz und Gesundheitshilfen und -beratung durch die 17 Gesund- heitsämter der Landkreise und kreis- freien Städte auf Basis des Gesetzes über den Öffentlichen Gesundheits- dienst, 4 durch Arbeitskreise für Gesundheits- förderung initiierte regionale Ver- netzung von Partnern/Akteuren zur Unterstützung der gesundheitsbezo- genen Selbstverantwortung der Ein- wohner, 4 eine gute Infrastruktur in der Pflege, 4 vielfältige Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen (Angebo- te für betreute Wohngemeinschaften, Mehrgenerationswohnungen, Haus- gemeinschaften für Demenzkranke, Pflegewohnungen im Wohnquartier), 4 Sanierung, Rekonstruktion oder Neu- bau von Plätzen in stationären Ein- richtungen Beispiele für Problemlagen in M-V [8]: 4 Probleme ärztlicher Versorgung in Bezug auf die Besetzung freier Haus- arztstellen im ländlichen Raum, 4 soziodemografische Veränderungen, unterschiedlich verteilte Arbeitslosig- keit, relative Alterung der Bevölke- rung, Verschärfung sozialer Problem- Marco Franze · Annika Gottschling-Lang · Wolfgang Hoffmann Institut für Community Medicine, Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald, Greifswald, Deutschland Der Landesaktionsplan zur Gesundheitsförderung und Prävention Mecklenburg-Vorpommern Ergebnisse einer Befragung aller Gesundheitsämter in Mecklenburg-Vorpommern Präv Gesundheitsf 2012 DOI 10.1007/s11553-012-0379-5 © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2012