Zusammenfassung Die mangelnde Durchlässigkeit zwischen Berufs- und Hochschulbildung ist in den letzten Jahren bundesweit zu einem bildungspolitischen Kernthema geworden. Um den neuen Anforderungen der Arbeitswelt sowie individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, müssen die Übergänge im Bildungssystem erleichtert werden. Dieser Policy brief identifiziert mögliche Bedingungen für die erfolgreiche Etablierung durchlässiger Strukturen zwischen Berufs- und Hochschulbildung und leitet daraus konkrete Politikempfehlungen ab. Problemstellung In Deutschland besteht traditionell eine starke institutionelle Trennung zwischen den unterschiedlich ausgerichteten Systemen der beruflichen Bildung und der Hochschulbildung – eine Trennung, die in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren grundsätzlich in Frage gestellt wurde. So wird in Deutschland zunehmend eine Diskussion um die Gleichwertigkeit von Berufs- und Hochschulbildung geführt. Auslöser für diese Debatten sind dabei gesellschaftliche und sozio-ökonomische Entwicklungen, die das etablierte Verhältnis zwischen Berufs- und Hochschulbildung herausfordern. Dazu zählen der dynamische Wandel der Wirtschaft hin zu stärker wissensbasierten Tätigkeiten, die Digitalisierung der Arbeitswelt, gestiegene Bildungsaspirationen junger Menschen, ein allgemeiner Trend hin zu akademisch-hochschulischen Ausbildungsformen, demographische Veränderungen und der befürchtete Fachkräftemangel. Um auf die veränderten beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen reagieren zu können, entsteht in diesem Kontext zunehmend der Wunsch nach gleichen Bildungschancen und der Ermöglichung offener Bildungsbiographien etwa zur Ermöglichung des Lebenslangen Lernens, deren grundlegende Voraussetzung ein institutionell durchlässiges Bildungssystem ist (Wolter, Banscherus and Kamm 2016). Aber wie kann institutionelle Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung in Deutschland gefördert werden? Bedingungen für flexible Übergänge zwischen beruflicher und akademischer Bildung AutorInnen: Lukas Graf, Nadine Bernhard und Ulf Banscherus September 2021 Policy brief