16 3/2014 AFZ-DerWald www.forstpraxis.de Die Küstentanne ist im pazifischen Nord- westen der USA sowie in Kanada (British Columbia) beheimatet. Dabei lassen sich zwei große Vorkommensbereiche unter- scheiden: • Küstenherkünfte mit einem Verbreitungs- gebiet von Vancouver Island bis ins nördli- che Kalifornien (Schwerpunkt Washington/ Oregon) sowie • Inlandsherkünfte mit Schwerpunkt östlich des Kaskadenkamms in Idaho und Montana [3]. Im Zentrum ihrer ursprünglichen Verbrei- tung tritt die große Küstentanne fast im- mer als Mischbaumart auf, Reinbestände sind selten. Sie erträgt in ihrer Jugend Schatten und gilt als eine sehr raschwüch- sige Baumart. Auf sehr guten Standorten erreicht sie in 50 Jahren eine Oberhöhe von über 40 m. Gegenüber der Douglasie startet sie zwar schneller und kulminiert früher, gilt aber in der Wuchsdynamik als grundsätzlich vergleichbar [9], jedoch in der Volumenleistung gegenüber der Dou- glasie bei gleicher Oberhöhe i. d. R. um 10 bis 20 % überlegen [9, 12]. Seit 1880 wird die Küstentanne in Deutschland versuchsweise angebaut. Trotz dieser langen Anbaugeschichte fal- len die Ergebnisse und Einschätzungen zur Eignung dieser Baumart erstaunlich verschieden aus. Besonders in der zentra- len Frage nach der Anfälligkeit gegenüber biotischen und abiotischen Risikofaktoren gehen die fachlichen Bewertungen bis heute weit auseinander. Besonders auffäl- lig sind die Unterschiede in der Einschät- zung für Norddeutschland [1, 4, 10] und Süddeutschland [5, 7, 11, 13]. Versuchsflächen in Baden-Württemberg In der Versuchsflächendatenbank der Forstlichen Versuchs- und Forschungsan- stalt Baden-Württemberg (FVA) liegen für Küstentanne Messdaten auf einer großen Zahl unterschiedlicher Standorte vor und bilden die Grundlage für den hier vorge- stellten Bonitätsfächer. Zum Höhenwachstum von Abies grandis in Baden-Württemberg Sebastian Hein, Tarek Benjamin Jaumann und Ulrich Kohnle Aufgrund des Klimawandels wird die Große Küstentanne (Abies grandis) als eine mögliche Alternative zur Fichte diskutiert. Sie besticht vor allem durch eine sehr hohe Produktivität. Zur Quantifizierung des Wachstum- spotenzials von Abies grandis wurde anhand von Versuchsflächendaten aus Baden-Württemberg ein Höhenbonitätsfächer berechnet [6]. Prof. Dr. S. Hein ist Professor für Waldbau an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. T. Benjamin Jaumann hat eine Bachelorarbeit zum Thema verfasst und ist zurzeit Student im Master-Studiengang Forstwissenschaften an der Universität Freiburg. Prof. Dr. U. Kohnle leitet die Abteilung Waldwachstum an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Sebastian Hein Sebastian Hein hein@hs-rottenburg.de Abb. 1: Abies grandis-Versuchsfläche Foto: P. Zimmermann/Revier Veringenstadt, Lkr. Sigmaringen