WALD UND HOLZ 10/14 3 WALD UND HOLZ Der Buchsbaum-Zünsler: Biologie, Schadensdiagnose, Bekämpfung Kahlfrass in einer Saison Der Buchsbaum-Zünsler wurde 2007 in die Schweiz eingeschleppt und verursacht dort vielerorts grosse Schäden an Buchsbäumen. Inzwischen ist es wohl nicht mehr möglich, den Falter voll- kommen auszurotten. Ihn zu kontrollieren, ist dennoch wichtig, um Schäden zu vermeiden und um dessen weitere Ausbreitung einzudämmen. Am effizientesten ist dabei der Bacillus thuringien- sis. Aber auch andere biologische Methoden können in der Zukunft das Arsenal erweitern. pervirens «Suffruticosa») sowie des Rund- blättrigen Buchsbaums (Buxus sempervi- rens «Rotundifolia»). Biologie und Befallsausbreitung Ab Anfang März (je nach Witterung) kann man junge, frisch aus dem Winter- kokon geschlüpfte Raupen beobachten, die an den Blättern fressen. Anfang Juni fliegen die ersten Falter, welche durch ihr charakteristisches grauweisses Flügel- muster leicht identifizierbar sind. Diese erste Falter-Generation legt auf der Unterseite der Blätter ihre Eier ab. Die Eier sind zunächst fahlgelb und weisen einen schwarzen Punkt auf, sobald sich der Kopf der Larve entwickelt. Von Pierre-Yves Bovigny, Pegah Pelleteret und François Lefort. Der Buchsbaum-Zünsler, Cydalima per- spectalis (Walker, 1859), syn. Diaphana perspectalis, Lepidoptera, Crambidae, ist ein aus Ostasien (Japan, Korea, China usw.) stammender Nachtfalter. Er wurde in Europa zum ersten Mal 2006 in Deutschland entdeckt und breitet sich seit 2007 bis in die Zentralschweiz aus. Vermutlich wurde er mit Importwaren aus China nach Europa eingeschleppt. 2012 wurde der Zünsler regelmässig in den Kantonen Basel-Stadt, Baselland, Aargau und Zürich beobachtet, vereinzelt auch in den Kantonen Genf, Graubün- den, Jura, St. Gallen, Schwyz, Solothurn, Tessin, Thurgau, Waadt und Zug. Wahr- scheinlich wird er sich in Zukunft weiter ausbreiten. An Buchsbäumen verursacht der Schäd- ling betr ächtliche physiologische, ästhe- tische und wirtschaftliche Schäden. 2007 wurde diese Art auf die Warnliste der Pflanzenschutzorganisation für Europa und den Mittelmeerraum (EPPO) gestellt, 2011 aber wieder gestrichen, weil sie in- zwischen als endemisch gilt, d.h. als Art, die sich in einem bestimmten, räumlich abgegrenzten Gebiet fest angesiedelt hat. Der Buchsbaum-Zünsler befällt aus- schliesslich Buchsbaumarten (Buxus sp.), insbesondere die Suffruticosa-Sorte des Gewöhnlichen Buchsbaums (Buxus sem- Die grün-gelb gestreifte Raupe des Buchbaum-Zünslers Foto: F. Lefort, hepia