Unfallchirurgie 9 Urban & Vogel 1994 F. Czerny, W. Linhart, J. M. Rueger, D. Sommerfeldt, A. Pannike Klinik ftir Unfallchirurgie, Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universitgt Frankfurt am Main (Leiter: Univ.-Prof. Dr. A. Pannike) Frakturen im Bereich des Unterarms bei Kindern Es wird eine Studie tiber 285 Frakturen im Bereich des Unterarmes bei Kindern im Alter yon ein bis 14 Jahren vorgestellt. Die gr/3gten prozentualen Anteile entfielen dabei auf die distale Radiusfraktur mit 62,2% und die distale Unterarmfraktur mit 18,2%. Es handelte sich hierbei s~imtlich um geschlossene Frakturen. Vergleichend zeigte sich ein deutlich jtingeres Alter der Gruppe mit distalen Unterarmfrakturen (Median 6,8 Jahre) gegen- tiber der Gruppe der distalen Radiusfrakturen (Median zehn Jahre). Der Median bei der Gruppe der Unterarm- schaftfrakturen im proximalen und mittleren Drittel lag bei 7,2 Jahren. Repositionen erfolgten bei den distalen Radiusfrakturen in 14%, bei den distalen Unterarmfrakturen in 45% und in der Gruppe der Unterarmschaft- frakturen in 28% der FNle, wobei zwei Patienten (0,5%) operativ behandelt werden mul3ten. In der Gruppe der distalen Radiusfrakturen wurden drei perkutane Osteosynthesen mit Kirschner-Draht bei Verletzungen der di- stalen Fuge durchgeftihrt, die distalen Unterarmbrttche wurden alle konservativ mit einem zirkul~iren, gespalte- hen Oberarmgips behandelt. Die Nachuntersuchungen in einem Zeitraum von einem halben bis sechs Jahren aus den beiden letztgenannten Gruppen zeigten ein sehr gutes Ergebnis. In der Gruppe der Unterarmschaftfrak- turen erfolgten die Nachuntersuchungen nur bis zu einem Zeitraum von einem halben bis zwei Jahren. Hier zeigte sich insgesamt nur ein befriedigendes Ergebnis. Fractures of the Forearm in Children A total of 285 children out of an 8 year period with fractures of the forearm were studied. Of these 175 (62.2%) had a fracture of the distal radius and 51 (18.2%) had a fracture of the distal forearm and there were 42 (14.7%) fractures in the middle or proximal third in this region. Three children with injuries of the distal radial epiphysis had to be treated by percutaneus wire fixation. Except for 2 cases who needed surgery all severe dislocated fore- arm fractures could be treated by closed reduction. In all cases the children were immobilized with a long upper arm cast for 3 to 4 weeks. Follow-up examinations up to 6 years after injury showed excellent results in distal forearm and distal radial fractures whereas results were only satisfactory in midshaft forearm fractures. D dsuim Wachstum befindliche Skelett zeichnet sich rch eine eigene Dynamik aus, welche beim Rt~hrenknochen ihr anatomisches Korrelat in der gelenknahen Epiphysenfuge findet. Diese ist ftir das Lfingenwachstum des RtShrenknochens verantwort- lich. Der Aufbau der Wachstumsfuge sowie die Zwei- teilung der Gef~if3versorgung fiir Epi- und Metaphyse bedingen die Empfindlichkeit dieser Strukturen [4]. Die Epiphysenfuge bildet die Schwachstelle der Epi- physe eines wachsenden Knochens in Gelenkn~ihe, Eingang des Manuskripts: 6.12. t993. Annahme des Manuskripts: 19. 5. 1994. welche bei ad~iquaten (Scher- oder Biegekr~ifte) Trau- men wie eine Verschiebeschicht zur gfinzlichen oder teilweisen Epiphysendislokation ftihren kann. Verletzungen in diesem Bereich k6nnen zu einer nachhaltigen St/Srung der Wachsturnsfunktion fiihren und resultieren bei vollst~indigem oder teilweisem Verschlul3 der Epiphysenfuge in einer rnehr oder weniger starken Deformierung und entsprechenden Verktirzung der Extremit~it. Frakturen, welche in H/3he der Epiphysenfuge eine Abtrennung der Epiphyse mit oder ohne metaphy- Unfallchirurgie 20 (1994), 203-210 (Nr. 4) 203