71 Medialisierung von Forschungspolitik. Wahrnehmung von und Anpassung an Medienlogik Andreas M. Scheu, Anna-Maria Volpers, Annika Summ und Bernd Blöbaum 1 Einführung Mit dem Begriff Medialisierung werden Prozesse struktureller Anpassung ge- sellschaftlicher Funktionsbereiche an die Logik von (meist journalistischen) Massenmedien bezeichnet (Marcinkowski/Steiner 2010). Damit verknüpft ist die Annahme eines generellen Bedeutungsgewinns von „medial vermittelter öffentlicher Kommunikation“ (Meyen 2009: 25) für alle gesellschaftlichen Funktionssysteme. In der „Mediengesellschaft“ (Imhof 2006) sind Massenme- dien ein Einflussfaktor sozialen Wandels. Funktionssysteme, Strukturen und Akteurkonstellationen medialisieren sich (Donges 2008: 42). Anpassungen an Medienlogik (Altheide 2013, Altheide/Snow 1979) können Chancen eröffnen – z. B. Optimierung des Zugriffs auf „massenmediale Leistungen“ (Marcin- kowski/Steiner 2010: 3-4), sind aber auch mit Risiken verbunden (z. B. Über- formung der eigenen Funktionslogik). Im Kontext aktueller Entwicklungen im deutschen Wissenschaftssystem (Stichwort: Neue Governance von Wissen- schaft) wird massenmediale Kommunikation zur wechselseitigen Beobach- tung und Beeinflussung sowie zur Verbesserung der eigenen Position in der Governance-Konstellation genutzt (Scheu et al. 2013). Die Bezugnahme auf