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Euro) für Arzneimit- tel auf (BMGS 2004) – einen Großteil da- von für die Behandlung chronisch kranker und multimorbider Patienten (Glaeske/ Janhsen 2004; Volmer/Kielhorn 1998). Dass dieser Ressourceneinsatz suboptimal bleibt, hat vielfältige Ursachen. So wird sei- 56 DER PFLEGEFORSCHUNGSVERBUND NRW PFLEGE & GESELLSCHAFT 10. JAHRGANG 1/2005 Entwicklung eines pflegerischen Interventionskonzepts zur alltagsnahen Förderung des Selbstmanagements von chronisch kranken Patienten unter komplexem Medikamentenregime Doris Schaeffer, Michael Ewers, Jörg Haslbeck, Anja Kamche, Gabriele Müller-Mundt Komplexe pharmakologische Therapiekonzepte sind oft die einzige Option, das Fortschreiten chronischer Krankheiten zu verzögern und die Lebensqualität der Be- troffenen zu fördern bzw. zu erhalten. Für Patienten ist es oftmals problematisch, im Alltag ein komplexes Medi- kamtenregime einzuhalten, insbesondere, wenn verschie- dene Arzneimittel umfangreich und langfristig einzuneh- men sind. Bislang wurde die Patienten- bzw. Nutzerper- spektive in Compliance- bzw. Adhärenzstudien und in der Versorgungsforschung eher nachrangig behandelt. Unter- suchungsziel ist es, die mit komplexen Therapiekonzep- ten einhergehenden Belastungen für die Patienten empi- risch zu beleuchten. Um die Frage zu beantworten, wie Betroffene die Arzneimitteleinnahme im Alltag bewälti- gen, werden chronisch herzkranke bzw. an HIV/AIDS er- krankte Patienten interviewt. Ergänzend werden Pfle- gende, niedergelassene Ärzte und Apotheker zu ihrer Pro- blemsicht befragt. Die Untersuchungsergebnisse dienen als Entwicklungsgrundlage für ein wissensbasiertes pfle- gerisches Interventionskonzept. Ziel ist es, das Selbstma- nagement und die Adhärenz chronisch erkrankter, multi- morbider Patienten durch die ambulante Pflege alltags- nah zu fördern und zur Verbesserung der Lebensqualität chronisch Kranker beizutragen. Often, therapeutic regimes are one of the last possibilities for patients with chronic illness to hold off the progressing illness and to improve, or even to obtain, quality of life. Nevertheless, adhering to a complex regime considerable problems often arise for the affected person, particularly in daily life, when prescri- bed medication has to be taken in a larger extent and over a longer period of time. So far, little evidence about selfmanage- ment of medication regimes in chronic illness exists from pa- tients’ perspective. Therefore, the aim of the research project is to find answers on the question how chronically ill patients, fol- lowing a complex medication regime, are managing their daily lives and what kind of problems they have to encounter. Accor- ding to that, patients suffering from cardiac diseases and HIV/AIDS will be interviewed for their personal experiences. Fur- thermore, health care professionals working with chronically ill patients are asked for their view on the topic. The findings will provide empirical support for the overall objective that is to de- velop intervention strategies for home care nursing to support affected persons in their daily regime management. tens der professionellen Akteure häufig übersehen, dass chronische Krankheit und Multimorbidität komplexe Strategien des Therapie- und Symptommanagements im Alltag erfordern, die nicht einzig mit Multi- medikation beantwortet werden können. Überdies gerät oftmals aus dem Blick, dass komplexe Arzneimitteltherapien für Pa- tienten spezielle Herausforderungen in sich bergen. Schätzungsweise die Hälfte aller chronisch Kranken haben Schwierigkeiten mit ihrem Medikamentenregime (Dunbar- Jacob/Mortimer-Stephens 2001). Diese zei- gen sich oftmals bereits in der stationären Versorgung (Arnet/Haefeli 2000), treten aber vor allem dann zu Tage, wenn ein komplexes Medikamentenregime aus eige- ner Kraft in den häuslichen Alltag in- tegriert und dort in den verschiedenen Phasen des Krankheitsverlaufs dauerhaft aufrechterhalten werden soll. Dies mag erklären, warum Arzneimittelprobleme sich bei chronisch kranken Patienten im Zeitverlauf häufen und sich die Adhärenz- problematik für alle Akteure im Gesund- heitswesen – so auch die Pflege – mehr und