VI (2019) 1, 207-221 207 Sonja NOVAK Filozofski fakultet Sveučilišta J. J. Strossmayera u Osijeku Lorenza Jägera 9 HR – 31 000 Osijek snovak@fos.hr MASCHINENMENSCH UND GEISTESMENSCH IM DRAMA THOMAS BERNHARDS DER IGNORANT UND DER WAHNSINNIGE Zusammenfassung Tomas Bernhard baut seine Protagonisten auf Basis seiner eigenen ästhetischen Kategorie des „Geistesmenschen“. Diese Geistesmenschen quälen die anderen Ge- stalten mit ihren Monologen, in denen sie die Gesellschaf kritisieren, sind jedoch selber mangelhaf. Im vorliegenden Beitrag wird eine weitere ästhetische Katego- rie der Gestalten identifziert und untersucht, die des „Maschinenmenschen“. Es wird behauptet, dass Geistes- und Maschinenmenschen in Bernhards Drama Der Ignorant und der Wahnsinnige in Abhängigkeitsbeziehungen zueinander stehen. Obwohl man Geistes- und Maschinenmenschen als Gegensätze betrachten kann, wird die Analyse beweisen, dass sie beide Teile desselben Systems sind. Bernhards Geistesmensch, der Doktor und Maschinenmensch, die Opernsängerin (die sogar buchstäblich als eine „Koloraturmaschine“ bezeichnet wird) entsprechen dem Kon- zept von Wunschmaschinen von Gilles Deleuze und Felix Guattari in Anti-Ödipus. Kapitalismus und Schizophrenie 1 und Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizo- phrenie II. Bernhards Doktor ist als entmenschlicht und als Teil der Prozesse und des Systems zu betrachten, weil er das Biologische überwinden möchte. Bernhards Maschinenmensch ist gleichzeitig die Verkörperung des Künstlichen; ihr Körper This work is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License. Ovaj rad dostupan je za upotrebu pod licencom Creative Commons Imenovanje 4.0 međunarodna. UDK 821.112.2(436).09 Bernhard, T.-2 DOI: https://doi.org/10.29162/ANAFORA.v6i1.8 Izvorni znanstveni članak Original Research Article Primljeno 27. prosinca 2018. Received: 27 December 2018 Prihvaćeno 6. travnja 2019. Accepted: 6 April 2019